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Nabu Moers/Neukirchen-Vluyn: Kröten verlassen die Winterquartiere

Naturschutz : Kröten verlassen die Winterquartiere

Wegen des milden Wetters machen sich die Kröten jetzt schon auf den Weg zu den Laichplätzen. Oft müssen sie dabei Straßen überqueren und geraten unter die Räder der Fahrzeuge. Der Nabu hilft mit Krötenzäunen.

Aufgrund des milden Wetters wandern die ersten Amphibien zu ihren angestammten Laichgewässern. Mit dem Beginn des alljährlichen Naturschauspiels kehrt leider der Anblick überfahrener Tiere wieder zurück. Gerade Straßen, die Waldstücke, in denen die Tiere überwintern, und Teiche voneinander trennen, sind in den Nachtstunden betroffen. Um möglichst viele Tiere zu retten, stellt der Naturschutzbund (Nabu) Moers und Neukirchen-Vluyn an besonders kritischen Punkten Krötenzäune und Fangeimer auf.

„Die Tiere werden auf diese Weise zu Aberhunderten über die Straße gebracht, sodass sie in den Gewässern ablaichen und sich so die Kaulquappen bis zum Sommer zur neuen Krötengeneration entwickeln können,“ berichtet Harald Fielenbach vom örtlichen Naturschutzbund Nabu. Die Eimer werden täglich geleert. In jedem Fangeimer werden auch Stöcke gelegt, um im Falle starken Regens die Tiere vor dem Ertrinken zu bewahren.

Mit der Aktion des Nabu lassen sich nicht nur viele Tiere retten, sondern auch Populationsgrößen und Artenvielfalt begutachten. Während es noch viele Erdkröten gebe und bei uns auch noch einige Wasser-, Teich- und Seefrösche sowie Kamm-, Berg- oder Teichmolche zu finden sind, seien Feuersalamander, Laubfrösche und Unken kaum oder gar nicht mehr vorhanden, bedauert Fielenbach. Grund dafür sind eine ganze Reihe von Entwicklungen, von natürlichen Fressfeinden wie Reihern, über versehentliches Überfahren durch Autos und den Verlust des Lebensraumes, bis hin zu Umweltgiften wie Gülle und Pestiziden, einem Nahrungsmangel (Insektensterben) und dem Klimawandel, Amphibien haben es nicht leicht.

Gerade diese Kombination setze den Amphibien zu, da dadurch die Umwelt sehr schnell umgekrempelt wird. „Viele Arten können sich hier nicht rechtzeitig anpassen“, so Fielenbach. Die Wanderung dauert gewöhnlich bis weit in den März hinein an. Und bis dahin wartet auf die Naturschützer eine Menge ehrenamtlich geleisteter Arbeit.