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Mutter erstickte Baby in Moerser Wohnung: BGH bestätigt Verurteilung

Mutter erstickte Baby in Moerser Wohnung : BGH bestätigt Verurteilung wegen Kindstötung

Wegen Totschlags hat das Landgericht Kleve im Mai eine 27 Jahre alte Frau verurteilt. Im Prozess bescheinigte ein psychiatrischer Sachverständiger der Angeklagten Schuldunfähigkeit. Die Kammer und der Bundesgerichtshof sahen das anders.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Verurteilung durch das Landgericht Kleve wegen einer in Moers begangenen Kindstötung bestätigt. Die damals 26 Jahre alte Angeklagte hatte am 12. November 2020 ihrem im Badezimmer zur Welt gebrachten dritten Kind direkt nach der Geburt zunächst mit einer Nagelschere 17 Stichverletzungen beigebracht. Weil das nicht zum Tode führte, erstickte die Mutter das Kind schließlich.

Den winzigen Leichnam verstaute die Frau samt Plazenta in einer Mülltüte, bevor sie das Badezimmer verließ. Auf Nachfrage ihres Mannes soll sie erklärt habe, starke Regelblutungen bekommen zu haben und die Mülltüte selbst entsorgen zu wollen. Diese brachte sie zunächst auf den Balkon.

Im Laufe des Abends soll es der Angeklagten dann körperlich immer schlechter gegangen sein. Auf die Androhung ansonsten einen Krankenwagen zu rufen, begab sie sich letztlich freiwillig ins Krankenhaus. Die Mülltüte brachte sie vorher noch in einen Kellerverschlag. Im Krankenhaus gab die Frau nach anfänglichem Leugnen an, in der vierten Woche eine Fehlgeburt erlitten zu haben – und, wo der Leichnam zu finden ist.

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Das Schwurgericht am Landgericht Kleve hatte – entgegen der Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen – festgestellt, dass die Angeklagte voll schuldfähig war, als sie die Tat beging. Die Kammer verurteilte sie am 31. Mai dieses Jahres wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Die dagegen gerichtete Revision der Angeklagten hat der Bundesgerichtshof jetzt als unbegründet verworfen. Die Verurteilung ist damit rechtskräftig