Moers: Musikschule bringt Cellisten zusammen

Moers : Musikschule bringt Cellisten zusammen

35 Musiker gaben ein Konzert im Kammermusiksaal des Martinstifts in Moers. Der Aktionstag fand zum dritten Mal statt.

Mit seinem warmen, lebendigen und der menschlichen Stimme sehr nahekommenden Klang gehört das Violoncello zu den beliebtesten Instrumenten überhaupt. Auch an den Musikschulen der Region ist es begehrt und genießt es hohes Ansehen. Unter dem Titel "Cellissimo" vereinte der dritte Cello-Aktionstag jetzt erstmals in Moers Celloschüler aller Altersgruppen. 35 nahmen teil, der Jüngste fünf, der Älteste 74 Jahre alt. "Die Resonanz auf dieses Angebot war überwältigend", freut sich Musikschullehrerin Sabine Günther-Richter. "Fast alle Celloschüler der Moerser Musikschule waren dabei, zusätzlich noch zehn aus Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn. Viele Teilnehmer sind in diesem Jahr auch Jugend Musiziert-Preisträger."

Ab zehn Uhr morgens hatten die fleißigen Cellisten zusammen geprobt, die Jüngeren kamen etwas später dazu, aber auch für sie war es immer noch ein sehr anstrengendes Programm. Die Vorbereitung auf die Proben hatte schon Wochen vorher im Unterricht begonnen. "Bei der Auswahl der Stücke müssen für alle Teilnehmer Aufgaben gefunden werden, die sie herausfordern und mit denen sie sich identifizieren können. Das passende Notenpaket wird für alle vorbereitet. Und dann wird geübt...", erklärt Sabine Günther-Richter. Dazu kommt die Logistik: Ein Probenplan muss erstellt, die Raumplanung abgestimmt, die vom Förderverein gesponserte Verpflegung organisiert werden. All das bedeutet viel Aufwand für die Beteiligten. Warum also ein Tag des Cello-Orchesters? Für Sabine Günther-Richter ist es das "Wir-Gefühl", das sie stärken will: "Im gemeinsamen Musikmachen kann jeder, ob jung oder alt, Anfänger oder Fortgeschrittener, seine Fähigkeiten einbringen und nach einem gemeinsamen Klang suchen. Sehr wichtig ist es mir, dass die Anfänger die 'Großen' hören und auch mit ihnen musizieren dürfen. Das bestärkt alle auf ihrem Weg in der Musik." Auch Musikschulleiter Georg Kresimon sieht einen wesentlichen Aspekt dieser zusätzlich zum Unterricht angebotenen Aktionstage im Miteinander: "Wir wollen die Leute rausholen aus den Kämmerchen und mit Gleichgesinnten zusammenbringen. Zusammenzuspielen, sich zu messen, andere kennenzulernen und zu gucken, was die machen — das sehen wir als einen Teil unserer Aufgabe, das macht eine öffentliche Musikschule aus." Die elfjährige Leonie fand Cellissimo toll: "Ich mache schon seit drei Jahren mit und diesmal durfte ich fast von Anfang an bei den schwierigeren Stücken mitspielen, sogar bei Oblivion. Das war so spannend." Piazzollas Musik war nur ein Highlight im Programm, das von Michel Corrette bis Metallica für jeden etwas zu bieten hatte. "Das Skelett in der Besenkammer" war das erklärte Lieblingsstück von Jung-Celllist Paul. "Das ist toll, weil es so schnell ist", strahlt der Achtjährige. "Ich spiele einfach gern mal ein bisschen zackig."

(prs)