Musiker aus Moers: Neuer Song punktet mit Gitarren-Solo

Musik in Moers : Neuer Song punktet mit Gitarren-Solo

Für seinen neuen Song „Ahoi, ahoi!“ holte sich Tom Westborn prominente Unterstützung: „Ich konnte Phil Palmer für eine gemeinsame Aufnahme gewinnen. Er steuerte die Gitarrenparts bei“, sagt der Sänger und Musiker.

Manchmal bedarf es nur ein bisschen Beharrlichkeit, Optimismus und Mut, um sich einen großen Traum zu erfüllen. Tom Westborn ist es geglückt: „Es ist für mich wie ein Ritterschlag, dass ich Phil Palmer für eine gemeinsame Aufnahme gewinnen konnte“, erzählt der Sänger und Musiker mit Wurzeln in Moers. „Er steuerte für meinen neuen Song ,Ahoi, ahoi!‘ nicht nur ein paar Riffs auf der Gitarre bei, sondern die rhythmische Begleitung und ein Solo.“ Der britische Gitarrist gehört zu den wichtigen Musik-Helden in Westborns Jugend.

Tom Westborn hat in den vergangenen 20 Jahren schon mehr als 800 Songs selbst geschrieben und komponiert. Foto: Anja Katzke

„Ich habe mir damals das Live-Video ,On the Night‘ der Dire Straits immer und immer wieder angeschaut. Mark Knopfler mit seiner Band. Mit dabei: Phil Palmer. Es war ein Schlüsselerlebnis“, erzählt der heute 38-Jährige, der schon in seiner Kindheit zur Musik fand. Zwei Jahrzehnte und 800 selbst geschriebene Songs später fasste sich Tom Westborn ein Herz und schrieb den Briten, der mit Künstlern wie Eric Clapton, Tina Turner und Bryan Adams gearbeitet hat, einfach auf Facebook an. Das war 2017. Er versicherte sich, dass er auf der richtigen Seite unterwegs war, schickte dem Gitarristen einen Link zu seiner Webseite, stellte sein Album „Wie Schnee“ vor und fragte ihn, ob er nicht Lust hätte, ihn für einen Song auf der Gitarre zu begleiten. „Seine Antwort lautete: Maybe Tom“, erinnert sich Tom Westborn an den ersten Kontakt zurück. „Später gab er mir seine E-Mail-Adresse“, berichtet der Musiker im RP-Gespräch. Westborn blieb hartnäckig. Und dann ging es plötzlich ganz schnell. „Wir hatten den letzten Kontakt, als Phil Palmer gerade auf Sizilien Urlaub machte. Er hatte Fotos auf Instagram gepostet. Und da versprach er mir, nach den Ferien in Rom sofort ins Studio zu gehen. Am 28. August spielte er mittags tatsächlich drei Akustik- und drei E-Gitarren nebst Solo ein und sendete es mir noch am selben Tag online per Datentransfer-Dienst zu“, erzählt Tom Westborn stolz: „Klingt verrückt, doch es ist tatsächlich passiert.“ Geschenkt bekam er den Einspieler nicht, eine Rechnung wurde mitgeschickt. „Die habe ich gerne bezahlt“, sagt der Musiker. In dem Song „Ahoi, ahoi!“ geht es ums Abschiednehmen von lieben Menschen. „Ich habe mir überlegt, wie man dies positiv und optimistisch zum Ausdruck bringen kann“, erzählt der Künstler. „Ahoi, ahoi“ ist einer von zehn Titeln des neuen Albums „Ich sah Land“. Eine Kostprobe der musikalischen Zusammenarbeit ist auf der Homepage von Tom Westborn zu hören.

Der Künstler kehrt immer wieder gerne in seine Heimatstadt zurück. In Moers hat er seine ersten musikalischen Gehversuche unternommen. Er nahm Trompeten- und Gitarrenunterricht, brachte sich selbst E-Piano, E-Bass, Schlagzeug, Mundharmonika und Akkordeon bei. Und begleitete den Chor „Joyful Voices“ auf mehr als 100 Konzerten und auf Konzertreisen nach Frankreich, Schweden und in die USA. Schon als 16-Jähriger nahm er auf einem Acht-Spur-Kassettenrekorder erste eigene Songs auf. Selbst geschriebene Lieder standen schon damals auf seinem Programm. Heute arbeitet er an seinen Songs in einem voll ausgestatteten Homestudio. Seine Musik bezeichnet der 38-Jährige als „deutschen Emopop“. Phil Palmer ist nicht der erste Künstler, auf den Tom Westborn aktiv zugegangen ist.

Für ein anderes Projekt arbeitete er mit deutschen Synchronsprechern wie Manfred Lehmann (Bruce Willis), Tommi Piper (Alf) und Eckart Dux (Gandalf) zusammen. Außerdem machte er Aufnahmen mit Eva Jakob von den Jakob-Sisters. „Man muss nur den Mut haben, die Leute anzusprechen: Ich habe auch Udo Lindenberg und Ralph Siegel kontaktiert.“ Stolz ist Westborn auf sein letztes Album „Wie Schnee“.

„Es ist im Saarland erfolgreich gelaufen, auf SR 3“, erzählt der Musiker, der noch einiges vor hat: So ist er aktuell auf der Suche nach einer Band, einem Management und einer Plattenfirma. „Es kann auch ein kleines Label sein“, betont er. Seine Songs schickt er an die Radiostationen zur so genannten Bemusterung. Auch die seien zum Teil sehr erfolgreich gelaufen, berichtet er. Auch wenn der ganz große Durchbruch noch nicht ganz gelungen ist, der Musik bleibt Tom Westborn auf jeden Fall treu: „Sie ist Leidenschaft und Energiespender. Wenn ich die Gitarre anschließe, ist es eine Welt für sich“, erzählt er und freut sich aufs nächste Projekt.

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