Moers: Musik rund um die Uhr

Moers: Musik rund um die Uhr

Morgens, mittags und nachts: Das Moers Festival bietet zu Pfingsten wieder Musik rund um die Uhr – nicht nur im Festivalzelt im Freizeitpark, sondern auch im Bollwerk 107, in der Röhre und in der evangelischen Stadtkirche.

Die Beatplantation ist allein ein Ereignis für sich: "Es nur als Party zu begreifen, würde dem Ganzen gar nicht gerecht", sagt Boris Graue. Und dennoch ist sie nur ein Teil der Night-Sessions@bollwerk107, die Graue im Rahmen des Moers Festivals kuratiert. Das Musik- und Kunstevent Beatplantation schlägt am Pfingstsamstag, 22. Mai, seine Zelte im Bollwerk 107 auf. Sie gibt es seit inzwischen sieben Jahren und präsentiert sich als kleines Festival auf unterschiedlichen "Ebenen" mit Techno, Funk und Beatbox zum Beispiel. Die Besucher dürfen sich auf das Denkodrom und die Numquam Lounge freuen. "Es wird auf dem gesamten Gelände etwas zu entdecken sein", berichten die Organisatoren Aaron.St und Grobi Breger, die mit der Beatplantation auch bei der Eröffnungsfeier der Ruhr 2010 auf der Zeche Zollverein vertreten waren. Überhaupt stehen die Nächte im Bollwerk im Zeichen von elektronischer Musik und audio-visuellen Schmankerln.

Nachtprogramm in der Röhre

Experimentell dürfte es in der ersten Nacht, am Freitag, 21. Mai, zugehen: Boris Graue hat Künstler wie Jan Ehlen, bekannt unter Pixtole eingeladen, der Bildwelten mit manipulierten Plattenspielern erschaffen will. Es wird Sound-Performances mit Künstlern wie Moloch geben. Mit dabei sind der Medienkünstler Jerry Jerome und die Gruppe Saal5, die Geräuschkonstrukte aus selbst gebauten Klangerzeugern zum Besten geben. Die "Elektrokombüse" aus Duisburg beschließt mit ihren DJ's am Sonntag, 23. Mai, die Nightsessions im Bollwerk. Nachtprogramm gibt es aber auch in der Kulturkneipe "Die Röhre". Dort werden drei Bands erwartet: Die Occidental Brothers Dance Band aus Chicago, ParisRubaix aus Düsseldorf und Jim Blacks AlasNoAxix aus New York.

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"123" in der Stadtkirche

Fortgesetzt werden die Morning Sessions in der Kantine des Rathauses, im Studio des Schlosstheaters und im Schloss: Dort geht es wieder um den Zauber der ersten Begegnung. Musiker, die im Festivalzelt spielen, treffen dort zum ersten Mal aufeinander. Mit dabei sind Colin Stetson, Sanne van Hek, Shahzad Ismaily und Jim Black, die sich auf ein kreatives Zusammenspiel einlassen wollen. Die Morningsessions werden kuratiert von Angelika Niescier, die erste Stadtmusikerin in Moers. Wer die Nächte und den Morgen überstanden und immer noch nicht genug Musik gehört hat, für den geht es mittags in der evangelischen Stadtkirche weiter. In der Reihe "123" handelt es sich um drei Konzerte mit jeweils einem Solisten, einem Duo und einem Trio. Erwartet werden der israelische Sopransaxophonist Ariel Shibolet, das Duo Jon Rose (Geige) und Paolo Angeli (Gitarre) und das Saxophontrio Sonore mit Peter Brötzmann, Mats Gustafsson und Ken Vandermark.

Eine Fortsetzung finden auch die Konzerte im Dunkeln, dieses Mal unter dem Titel "Stepping into the Dark", allerdings nicht mehr im eigenen Zelt. Die Aktion Mensch, die die Konzert im Dunkeln in den vergangenen Jahren ermöglicht hatte, hat sich aus dem Festival zurückgezogen. Die Konzerte im Dunkeln finden im Studio statt.

(RP)