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Moers: Musik-Gipfeltreffen startet am Freitag

Moers : Musik-Gipfeltreffen startet am Freitag

Die Eventhalle am Solimare verwandelt sich am Pfingstwochenende in ein viertägiges Klanglabor. Dort will Moers- Festivalchef Tim Isfort das "Unerhörte" gemeinsam mit Musikern aus aller Welt erforschen.

Ein Gipfeltreffen der Tieftöner, Hardcore Poesie und vorbeifliegende Dromedare - so fantasievoll beschreibt Tim Isfort die musikalische Reise, die er mit Zuhörern und Künstlern am Pfingstwochenende unternehmen möchte. Einer dieser Künstler ist der New Yorker Trompeter Ralph Alessi, der eine Starbesetzung als Band nach Moers mitbringt: Pfingstsonntag eröffnet er mit Andy Millne am Piano, Drew Gress am Bass, Mark Ferber am Schlagzeug und Ravi Coltrane am Tenorsaxofon das Programm.

Das Bandprojekt "Mikrosaivo", das der Duisburger Sänger Tom Liwa ins Leben gerufen hat, dürfte ebenso spannend wie ungewöhnlich werden. Das Projekt bezieht sich laut Tim Isfort auf die fiktive Tradition der Halverstek Folklore. Liwa singt in der Kunstsprache, in der sich viele Elemente der Lautmalerei wieder finden. Sein Instrument ist ein völlig zweckentfremdeter Aira TB3 Basssynthesizer.

Ebenfalls am Pfingstsonntag ist der Kölner Sebastian Gramss mit "State of Play" auf der Moers Festival-Bühne zu erleben. Der Kontrabassist bringt in seinem Konzert ein Bläsertrio und zwei Rhythmusgruppen zusammen. Die Programmmacher versprechen orchestrale Momente à la Ellington, einige Anklänge an Frank Zappa und klangliche Avantgarde. Aus den USA reist das Quartett "Horse Lords" an. Die vier Musiker aus Baltimore spielen mit den Hörgewohnheiten und mit einer Mikrotonalität. Dafür werden eigens Gitarren umgebaut. Wie es im Programm heißt, finden sich in der Musik des Quartetts Anklänge an Ornette Coleman und an das Gamelan-Orchester. Eine besondere musikalische Begegnung ist die Marimba-Madimba-Conférence am Pfingstsonntag. Percussionistin Huguette Huguembo und weitere Madimba-Spieler aus Kinshasa treffen auf die drei Schlagwerker Bernd Oezsevim, Maria Schneider und Daniel Eichholz aus Berlin. Das heißt: Es wird getrommelt, was das Zeug hält. Für weitere Sound-Erkundungen sorgen Rob Mazurek (Kornett, Elektronik) und Chad Taylor (Percussion, Elektronik, Mbira). Die beiden sind seit 20 Jahren als "Chicago Underground" unterwegs. Für das Moers Festival haben sie sich mit den Londoner Improvisationsmusikern Alexander Hawkins (Piano) und John Edwards (Kontrabass) zusammengetan, um den Zuhörern Hörerfahrungen zu bescheren.

Wer wissen möchte, was es mit dem Gipfeltreffen der Tieftöner auf sich hat, sollte sich das Auftaktkonzert am Pfingstmontag anhören. Die Musiker Henning Sieverts und Francois Thuillier bringen Kontrabass und Tuba auf die Bühne. Die Festivalmacher versprechen, dass es dabei "überraschend leichtfüßig und feinsinnig virtuos" zugehen wird. Saxofonist Peter Brötzmann ist gleich mehrfach im Festivalprogramm vertreten. Der Musiker, der 1972 schon auf dem Moers Festival auftrat, spielt am Freitag nicht nur im Schlosshof. Pfingstmontag tritt er auf der großen Bühne mit seiner langjährigen Duett-Partnerin Heather Leigh auf. Beide haben zusammen bereits zwei Alben veröffentlicht, dieses Jahr soll ein drittes erscheinen. Die Musikerin, die heute in Schottland lebt und Tochter eines amerikanischen Bergarbeiters ist, spielt eine Pedal Steel Guitar.

Das Festivalticket kostet im Vorverkauf 151, an der Tageskasse 160 Euro. Tagestickets kosten zwischen 50 und 75 Euro. www.moers-festival.de

(RP)