Moers/La: Museum in La Trinidad ehrt Niederrheiner

Moers/La : Museum in La Trinidad ehrt Niederrheiner

Die Einrichtung trägt nun den Namen "Museo Klaus Koschmieder". Dieser hatte die Maya-Geschichte erforscht.

Trinidad (RP) Am vergangenen Freitag wurde das Stadtmuseum von La Trinidad eingeweiht und dabei nach Klaus Koschmieder benannt. Erst drei Tage vorher hatten Bürgermeister Fleischhauer und der Moerser Stadtrat die Einladung aus der Partnerstadt zur Eröffnung des Museums erhalten. "Denn bis zuletzt liefen - Ende der Amtszeit von Bürgermeisterin Rosa Haydee Rosales - in der mittelamerikanischen Stadt die Vorbereitungen auf Hochdruck für ein Projekt, dessen Ursprünge in das Jahr 2005 zurückreichen", berichtet Bernhard Schmidt, Vorstandsmitglied im Partnerschaftsverein.

Damals leitete der promovierte Altamerikanist Klaus Koschmieder eine Ausgrabung am alten Friedhof der früheren Mayas im Ortsteil El Tamarindo, die für die Region wegweisend wurde. Seither sollten seine reichhaltigen Ausgrabungsfunde - eingebettet in ein umfassenderes Kulturzentrum - Grundstein für ein archäologisches Museum werden. 2013 unterstützte Moers dann dessen Bau mit der Hälfte der erforderlichen Mittel. "Diese Casa de la Clutura Noel Ortuno wurde nach dem auf der Panamerikana tödlich verunglückten Noel Ortuño benannt, der diese Ausgrabungen angeregt hatte und über mehr als zehn Jahre als Hauptaktiver der Städtepartnerschaft vor Ort gewirkt hatte", so Schmidt weiter. Mittel des Auswärtigen Amtes und der deutschen Botschaft in Höhe von 20.000 Dollar - wiederum angeregt durch Koschmieder - erlaubten nun einen großzügigeren Ausbau des Museums. "In La Trinidad, wo in diesen Tagen nach der Wahl im November ein Machtwechsel stattfindet, hat man sich schnell darauf geeinigt, nun dem Museum der Stadt nun den Namen von Klaus Koschmieder zu geben, der, wie berichtet, im Dezember in Berlin verstarb.

Koschmieder, Absolvent des Stursberg-Gymnasiums Neukirchen-Vluyn, war als Student Anfang der 1980er Jahre zur Unterstützung der sandinistischen Revolution nach Nicaragua gereist. 1984 rief er zusammen mit Raúl Vega, der heute wieder in Chile lebt, und Bernhard Schmidt zur Gründung des Moerser Nicaragua-Arbeitskreises auf. Aus diesem ging 1989 die Moerser Eine-Welt-Partnerschaft mit der Stadt an der Panamericana in Mittelamerika hervor.

2007 leitete Koschmieder die archäologischen Ausgrabungen des alten Indio-Friedhofs in El Tamarindo. Seine Forschungen zeigen, dass die Vorfahren dieses südlichen Stammes der Maya bereits 700 Jahre früher dort siedelten als bis dahin angenommen.

Bernhard Schmidt bedauerte, dass so kurzfristig niemand aus Moers an der Eröffnung des "Museo Klaus Koschmieder" teilnehmen konnte. "Der Bürgermeister konnte nur gratulieren. Unsere Arbeit gilt seit Jahrzehnten vor allem dem Krankenhaus und den Schulen drüben, aber auf dieses schöne Kulturzentrum im Herzen von La Trinidad und die damit jetzt verbundenen Namen unserer Freunde dürfen wir ein bisschen stolz sein."

(RP)