Müll und Algen: Königssee in Moers gleicht einem Tümpel.

Das Wetter fordert seinen Tribut : Moerser Kö-See gleicht einem Tümpel

Müll und Algen sorgen dafür, dass das Gewässer derzeit wenig einladend aussieht. Reinigen darf die Enni den See erst in einem Monat.

Es ist kein schönes Bild, das der Königssee in der Innenstadt dieser Tage abgibt. Über das Wasser hat sich eine dicke, gelb-grünliche Schicht aus Algen, Dreck und Entenkot gezogen. Darin schwimmen Pommesschalen, Bier- und Wasserflaschen, Plastiktüten und am Montagmittag sogar ein Entenkadaver. Begleitet wird das ganze von einem muffig-fauligen Geruch. Statt einem Hingucker in der Innenstadt ist der See am Königlichen Hof (mal wieder) nur ein Tümpel.

Die dringend benötigte Reinigung darf die Enni Stadt & Service (Enni) allerdings noch nicht durchführen. „Wir dürfen im Moment nichts machen“, sagt Sprecherin Katja Nießen. Schließlich endet die Brut- und Setzzeit für Vögel und Wild, die am Kö-See vor allem Enten betrifft, erst am 15. Juli. Danach werde üblicherweise noch zwei Wochen gewartet. Die nächste Reinigung wird es am künstlich angelegten See also voraussichtlich erst Anfang August geben.

Dann wird die Enni mit einem Spezialunternehmen die jährliche Reinigung vornehmen, den See leerpumpen und den Grund von voraussichtlich großen Mengen an Schlamm und Müll befreien. Bis der See anschließend wieder mit Wasser aufgefüllt ist, werden einige Wochen vergehen. Ganz ähnlich sieht der Zeitplan für den See im Stadtpark aus.

Müll schwimmt im Kö-See auf einer dichten Schicht von Algen. Dazwischen ist ein Entenkadaver zu sehen. Foto: Michelle Abts

Der schlechte Zustand des Gewässers ist laut Nießen „in erster Linie selbstgemacht“. So würden viele Menschen die Enten füttern, mit der ins Wasser geworfenen Nahrung unfreiwillig aber vor allem die Vermüllung des Kö-Sees fördern. Das organische Material führt im Wasser zu einer Übermenge an Nährstoffen, was das Algenwachstum begünstigt und nebenbei auch Ratten anlockt. Dagegen hat auch eine am See aufgestellte Aufklärungstafel nicht geholfen. Erschwerend kommt die große Hitze der vergangenen Wochen hinzu, die das Wasser zusätzlich aufgeheizt hat. Die hohen Temperaturen beschleunigen das „Umkippen“ des Wassers. Sauerstoffmangel führt dann dazu, dass Wasserbewohner wie Fische sterben und gleichzeitig vermehrt Algen auftreten.

Vergeblich war auch die Hoffnung, das schon in den Vorjahren aufgetretene Problem durch eine Entwässerungsleitung zu lösen. Eine solche hatte die Linksniederrheinische Entwässerungs-Genossenschaft (Lineg) am Nordring für den Stadtgraben verlegt. Durch diese Sanierungsarbeiten sollte der See mit frischem Wasser gespeist werden, die Entstehung von Algen damit eingedämmt werden – erfolgreich war dieser Versuch offensichtlich nicht. Für Hunde können stehende und umgekippte Gewässer zur echten Gefahr werden. Kommen die Tiere mit den Bakterien oder beispielsweise Entenkot in Kontakt oder trinken das Wasser, drohen Vergiftungen und Erkrankungen. So berichteten auf Facebook mehrere Nutzer davon, dass Hunde und auch Kinder über starke Beschwerden geklagt hätten, nachdem sie im Schwafheimer Bergsee waren. Schwimmen ist dort allerdings ohnehin verboten, worauf die Kreisverwaltung noch einmal aufmerksam macht.

Die Menschen, die am Königssee verweilen oder vorbei spazieren, sind meist der gleichen Meinung, wie unsere Umfrage ergab. „Der ganze Dreck und die Algen – das ist nicht mehr schön mit anzusehen“, sagt ein Passant. „Das gibt kein schönes Bild von Moers ab. Vor allem, weil der See direkt im Zentrum ist“, findet Ewald Robertz. Er habe schon häufig gesehen, dass Müll ins Wasser geworfen wurde. „Jetzt sieht es so aus, als würde das Wasser umkippen.“ Seine Frau Susanne meint: „Wenn der See sauber wäre, könnten dort viele Kinder mit ihren Eltern spielen. Das wäre eine tolle Möglichkeit.“

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