Müll-Kümmerer soll für mehr Sauberkeit in Moers sorgen

Neues Konzept der Enni : Müll-Kümmerer soll für mehr Sauberkeit sorgen

Die Enni hat ein Maßnahmenbündel für ein sauberes Moers geschnürt. Dazu gehört die Einrichtung einer neuen Stelle.

Stadt und Enni reagieren auf die häufigen Klagen über illegal entsorgten Müll: Im neuen Konzept Stadtsauberkeit hat die Enni sich zum „harten“ Ziel gesetzt, die Menge an wildem Müll bis 2022 um ein Viertel zu reduzieren. Am Montag stellte Enni-Vorstand Lutz Hormes das Konzept, das die Politik im Februar gefordert hatte, der Presse vor.

Weitere, „weiche“ Ziele des Konzepts sind zum Beispiel die Sauberkeit im Stadtbild zu verbessern, das Umweltbewusstsein zu fördern oder die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Dazu stellt die Enni ab Januar eigens einen neuen Mitarbeiter ein: ein „Kümmerer“, wie die Enni ihn nennt. „In Abendstunden und an Wochenenden soll er sich auch einmal an Hot Spots auf Lauer legen“, sagte Hormes. Aber Hauptaufgabe des Kümmerers soll eine andere sein, als Hot Spots zu beobachten, also zum Beispiel Flächen neben Glas- oder Altkleidercontainern, auf denen besonders gerne Müllsäcke oder Sperrmüll abgestellt werden. „Er soll Gesicht des Konzeptes und mit Kunden im Dialog sein“, sagte Hormes. Der Kümmerer beseitige kleine wilde Müllablagerungen direkt. Dazu erhalte er als Fahrzeug einen E-Scooter.

60.000 Euro wird die neue Vollzeit-Stelle kosten. Die Gebührenzahler kommen für sie auf. „Das sind 20 Cent pro Einwohner und Monat für zusätzliche Sauberkeit“, sagte Hormes. „Dieser Mehraufwand ist gerechtfertigt.“

 „Vor zwei Jahren sind wir zu halbherzig an das Thema herangegangen“, sagt Lutz Hormes mit Blick auf den Versuch, die Aufgaben eines Mülldetektivs von einem Mitarbeiter mit halber Stelle erledigen zu lassen. Aus den damaligen Erfahrungen heraus hat die Enni ein Konzept mit mehreren Maßnahmen entwickelt. So verbessert sie auch ihre App, über die Moerser wilden Müll oder zum Beispiel überquellende Abfallbehälter melden können. Bei der neuen App soll es unter anderem eine Meldung geben, welche Maßnahmen ergriffen wurden. Anfang 2020 soll diese App nutzbar sein. Auch Mitarbeiter der Stadt und der Enni sollen wilden Müll über diese App melden. „Wo ein Müllsack steht, wird schnell ein anderer dazugestellt“, begründete Lutz Hormes die Schnelligkeit, mit der wilder Müll zu beseitigen sei.

Die Enni möchte außerdem Grundschüler durch ein Lerntheater für das Thema Abfall auf spielerische Art und Weise sensibilisieren. Die öffentlichen Abfallbehälter will sie auffälliger gestalten und mit QR-Codes versehen, damit es für Moerser leichter wird, zu melden, wo und wann sie übervoll sind. Zudem will die Enni einen zweiten Handsauger kaufen, um nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Stadtteilen regelmäßig Stellen säubern zu können, die nicht von Kehrmaschinen erreicht werden. Und: Müllsünder sollen künftig stärker belangt werden. Hormes: „Die Moerser sollen merken, dass nicht alles erlaubt ist.“

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