Moers: MoJazz lässt das Bollwerk grooven

Moers: MoJazz lässt das Bollwerk grooven

Zum dritten Mal gibt das Bollwerk der jungen Jazz-Szene eine Chance: Drei Bands treten am 21. April auf. Anschließend legen zwei DJs zur Aftershowparty auf. Groove-Workshop mit Daniel Hopf (Bass) und Vincent Golly (Drums).

Zweimal ist Wiederholung, dreimal Tradition, also steht das MoJazz-Festival an der Schwelle zum lokalen Brauchtum. Zumindest aber zu einer festen Größe im Moerser Kulturleben, denn am 21. April findet es im Bollwerk tatsächlich schon zum dritten Mal statt. "Jazz gilt bei jungen Leuten als angestaubtes Genre", sagt Jan Lammert, der mit seinem Musiker-Kumpel Felix Hecker das Festival 2016 gegründet hat. "Wir wollen zeigen, wie lebendig diese Musik ist." Alles spricht dafür, dass das Vorhaben auch bei der dritten MoJazz-Auflage gelingen wird.

Oben: Pimpy Panda. Links: "Molass" mit Marissa Möller, Felix Hecker, Jan Lammert und Lambert Windges. Unten: Franziska Aller (Blue Lion). Foto: Bollwerk

Anders als bisher treten bei MoJazz nicht vier, sondern drei Gruppen auf, die sich entsprechend länger auf der Bühne ausleben dürfen. Zum Beispiel "Pimpy Panda" mit einer Mischung aus Soul, Funk, Jazz und Pop. "Das heißeste Eisen auf dem deutschen Markt", verspricht Jan Lammert. Pimpy Panda hat mit Größen wie der holländischen Saxofonistin Candy Dulfer musiziert. Sänger Nico Gomez ist vielen vielleicht noch als Teilnehmer bei "The Voice of Germany" bekannt; 2013 war das. Und Bassist Daniel Hopf - Gründer von Pimpy Panda - ist Autor eines Fachbuches über das rhythmische Phänomen des "Groove". Zusammen mit dem Schlagzeuger Vincent Golly wird Hopf denn auch am Nachmittag des Festivaltags im Bollwerk einen Workshop zum Thema Groove leiten. Interessierte Musiker können sich anmelden - und zwar nicht nur Bassisten und Drummer. "Groove ist essentiell für alle Musiker", sagt Jens Lammert. Mit ihren Workshops haben die MoJazz-Macher in der Vergangenheit ins Schwarze getroffen. Ein Workshop mit den Red Hot Chili Peppers im vergangenen Jahr sei ratzfatz ausgebucht gewesen, sagt Lammert.

Foto: Bollwerk

Ebenfalls bei MoJazz: Blue Lion aus Mainz, ein Projekt der Bassistin Franziska Aller. "Das Zusammenspiel der Band hat mich umgehauen", sagt Lammert über ein Konzert das er erlebt hat. Die Combo verbindet klassischen Jazz Marke Bill Evans mit zeitgenössischen Tönen bis hin zum Hip-Hop. Saxofonist Derrick Dymalski reise aus Miami nach Moers an. Lammert: "Ein absolutes Tier am Saxofon!"

Foto: SImona Klimpke

Auch die Grafschaft ist bei MoJazz Nummer drei musikalisch vertreten, nämlich durch die Band Molass rund um die Sängerin Marissa Möller (ehemals Schauspielerin im Schlosstheater-Ensemble) und den Moerser Pianisten Jan Lammert (Bruder von Jens). Die beiden haben im vergangenen Jahr durch ein Schlosstheater-Stück ("Dieter, hört die Signale") musikalisch zueinandergefunden. "Wir mögen die gleiche Musikrichtung", sagt Marissa Möller. Am 14. April bringt Molass eine EP heraus, ein Studio-Album ist in Arbeit, am Wochenende standen die Musiker für ein Video vor der Kamera.

Rund 300 Gäste hatten das erste MoJazz 2016 besucht. Im vergangenen Jahr sei die Resonanz nicht ganz so üppig gewesen, sagt Gregor Polzin, der das Festival vonseiten de Bollwerks betreut. Die Gründe waren äußerlicher Natur: MoJazz fand kurz vor dem großen Moers-Festival im Mai statt, bei damals herrlichem Frühsommerwetter schwand die Lust der Leute auf Jazz in der Bollwerk-Halle. Dieses Jahr peilen die Veranstalter eine Steigerung der Besucherzahl an. Sie können nach dem Konzert noch eine feine Aftershowparty mit den Düsseldorfer DJs Jan Kunz und Jonas Sercombe ("Amateur Funk") feiern.

(RP)