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Moers: Moerser zeigen Gesicht für Freiheit und gegen Willkür

Moers : Moerser zeigen Gesicht für Freiheit und gegen Willkür

Der Abend hätte mehr Besucher verdient: Überschaubar war der Kreis von Bildungsbürgern, der sich im Gemeindezentrum St. Martinus traf, um "Freiheit für alle unrechtmäßig verfolgten Journalistinnen und Journalisten in der Türkei und in aller Welt" zu fordern. Historikerin Angelika Finck, Mitglied unter anderem bei Terre des Femmes Berlin und "Frauen helfen Frauen" in Moers, hatte den Abend mit Unterstützung von Gabriele Hemkens und ihres Mannes Reinhard Finck organisiert.

Ebenso engagiert wie die 66-Jährige waren auch die Gäste, die sie sich nicht mit politischen Statements begnügten, sondern Flagge zeigten. So wie CDU-Landtagsmitglied Ingo Brohl, der sich wünschte, dass die Jugend mehr Rabatz machen und aufstehen solle gegen die Ungerechtigkeit in der Welt. "Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewissen Leuten die Freiheit genommen wird, alles zu tun", zitierte er den französischen Journalisten und Politiker Louis Terrenoire. Matthias Heße vom Schlosstheater Moers stimmte Lieder an, ebenso Gitarrist Tom Gestenberger und Sängerin und Lektorin Britta Buss. Vier junge Männer mit Migrationshintergrund setzten sich in einem Breakdance mit dem Thema Freiheit auseinander, die Europahymne "Freude schöner Götterfunken" von Beethoven wurde eingespielt.

"Lasst euch von uns prügeln und schweigt darüber": Reinhard Finck las aus dem Gefängnistagebuch des türkischen Journalisten Can Dündar vor und hatte auch einen Zeitungsartikel von Deniz Yücel mitgebracht, der seit dem 17. Februar wegen angeblicher Terrorpropaganda in Silivri bei Istanbul sitzt. "Möge die Türkei aufhören, jener Drecksstaat zu sein, der er ist", hatte Yücel in dem Artikel den gewaltsamen Tod des 14-jährigen Berkin Elvan beklagt, der 2013 am Tag nach der Räumung des Gezi-Parks in Istanbul durch eine Tränengaspatrone am Kopf getroffen wurde.

(jas)