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Moerser Stadtgeschichte: Am Grab von Bürgermeister Gustav Kautz

Moerser Stadtgeschichte : Am Grab von Bürgermeister Gustav Kautz

Kautz war von 1865 bis 1897 Chef der Verwaltung in der Grafenstadt. Jetzt wurde ein Leser auf sein Grab auf dem Friedhof an der Klever Straße aufmerksam. Ein Rückblick in die Zeit, die der „Bürgermeister mit Herz“ entscheidend prägte.

Sein Andenken wird in Ehren gehalten. Nicht nur eine Bronzegedenktafel und eine Straße erinnern an Gustav Kautz, den ehemaligen Bürgermeister von Moers. Jetzt wurde ein Leser auf sein Grab auf dem Friedhof an der Klever Straße aufmerksam.

Kautz war von 1865 bis 1897 Chef der Verwaltung. Das gepflegte und stilvoll gestaltete Grab, das immer wieder das Interesse der Besucher fesselt, weckt aber auch Erinnerungen an eine weit zurückliegende Zeit, die der „Bürgermeister mit Herz“ entscheidend prägte und beeinflusste. Die industrielle Entwicklung der Stadt mit Blick auf die Förderung der ersten Kohle der Zeche Rheinpreußen zum Beispiel, gerade aber auch die damit verbundene Not mancher Arbeiterfamilien. Gleichzeitig stellte Kauz – auch damit verbunden – die Frage nach einer allgemeinen Krankenkasse. Das alles waren Projekte, die Kautz in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte. Die Bildung und die damit verbundene Entwicklung des Schulwesens standen bei ihm ebenfalls hoch im Kurs.

Die nach ihm benannte Straße, die Kautzstraße beginnt an der Uerdinger Straße in Höhe der Volksbank – Kautz war Gründer des Kreditinstituts – und mündet in die Hopfenstraße. Ein kurzer Abzweig führt zu den Saturn-Garagen. Die zentral gelegene Straße taucht erstmals in einer alten Karte von 1892 auf und lässt sich dort lediglich als schmaler Pfad erkennen, der aber dann auch namentlich in einem Stadtplan von 1920 als Kautzstraße benannt wird. Zu dieser Zeit noch stellte sich die Straße lediglich als Stichstraße von

der Uerdinger Straße dar. Die Fortführung bis zu Hopfenstraße findet sich erst im Stadtplan von 1935. Das erste Haus dort wurde im Jahr 1938 bezogen. Auch heute noch ist die Straße nur spärlich bewohnt. Lediglich zwei zweistöckige Wohnhäuser am Beginn und am Ende der Straße bestimmen den Verlauf – und beherrschen das Leben.