Moerser sammeln tonnenweise Müll

Aktion in Moers : Moerser sammeln tonnenweise Müll

Rund 1500 freiwillige Helfer waren am Samstag in der Grafenstadt unterwegs, um im Auftrag der Enni wilden Müll einzusammeln. Auch in Neukirchen-Vluyn rief die Stadt zum großen Aufräumen auf.

Zum nunmehr dreizehnten Mal hat die Enni Stadt & Service Niederrhein an diesem Samstag zu einen stadtweiten Müllsammeltag in Moers aufgerufen. Dabei war die Beteiligung mit rund 1500 freiwilligen Helfern noch nie so groß. Zahllose blaue Müllsäcke säumten am Samstag einen großen Teil der Moerser Straßen. Wohin man auch schaute, waren am Vormittag bei weitgehend regenfreiem Wetter überall Einzelpersonen, Familien und Gruppen unterwegs, um alte Autoreifen, ausgediente Haushaltsgegenstände, kaputte Fahrräder und jede Menge anderen Müll einzusammeln, der von bedenkenlosen Umweltsündern einfach in die Landschaft oder am Straßenrand entsorgt worden war.

Ungefähr zehn Tonnen kommen dabei jedes Mal zusammen, was bisher jedoch lediglich ein Schätzwert war. In diesem Jahr wird die gesammelte Müllmenge dagegen zum ersten Mal gewogen. „Das genaue Gewicht erfahren wir dann am Montag in der Kamp-Lintforter Müllverbrennungsanlage“, erklärte Enni-Mitarbeiterin Claudia Jaeckel, die an diesem Samstag mit Mitgliedern des Moerser „Runden Tisches Umwelt“ im Gelände zwischen Vinner Friedhof und der Aumühle unterwegs war.

Die aus Jägern, Landwirten, Naturschützern und städtischen Verwaltungsmitarbeitern bestehende Gruppe beteiligt sich, ebenso wie Bürgermeister Christoph Fleischhauer und die Moerser CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski, regelmäßig an der jährlichen Säuberungsaktion. Einige hatten sogar ihre Kinder mitgebracht. Eines davon war der achtjährige Fiete. Er war jetzt schon zum zweiten Mal mit dabei. Auf die Frage, was er denn von den Leuten hält, die ihren Müll einfach so ins Gelände schmeißen, antwortete er spontan: „Die sind bescheuert.“

Für eine ältere Dame, die an diesem Samstag in Utfort sammelte, gehören solche „Umweltverschmutzer“ sogar eingesperrt. Sie reinigt das Gelände dort nicht nur am Moerser Müllsammeltag, sondern das ganze Jahr über. „Um das Christliche Jugenddorf herum ist es besonders schlimm“, beklagte sie sich. „Ich finde, die könnten ruhig auch mal sammeln. Was bringt es, wenn die jungen Leute für mehr Umweltschutz auf die Straße gehen und dabei ihr Kaugummipapier neben sich schmeißen. Für mich fängt Umweltschutz vor der Haustür an.“

Das findet auch Claudia Jaeckel, und freut sich daher, dass sich in diesem Jahr neben vielen Familien mit kleinen Kindern auch wieder zahlreiche Schulen und Kindergärten an dem Müllsammeltag beteiligt haben. Und viele Jugendliche. So war zum Beispiel die Repelener AWO-Mitarbeiterin Michaela Englisch am Samstagvormittag mit sechs jungen Leuten an der Rheinberger Straße unterwegs. Dort gab die Gemeinschaft den Ausschlag. „Nein“, bekannte eines der Mädchen. „Alleine würde ich das wahrscheinlich nicht machen, aber in der Gruppe schon.“ Sie und ihre Freunde hatten schon früh am Vormittag mit dem Sammeln begonnen und dabei Flaschen, rostige Mopedteile und eine noch halbvolle Pralinenpackung gefunden.

Moers war übrigens nicht die einzige Stadt, in der am Samstag Müll gesammelt wurde. Zur gleichen Zeit waren auch in Neukirchen-Vluyn viele fleißige Stadtreiniger unterwegs. Die dortige Aktion wird jedoch nicht von ENNI, sondern von der örtlichen Stadtverwaltung organisiert.