1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moerser Prinzenpaar tauft seinen Wagen

Karneval in Moers : Prinzenpaar tauft seinen Wagen

Am Nelkensamstagzug starten Max I. und Hannah I. mit ihrem „Helikopter 117“, wie sie ihre Kutsche nennen. Rund 100.000 Narren werden erwartet. Für Max wird es die größte Geburtstagsparty seines Lebens. Am Mittwoch waren sie krank und fehlten beim Jeckenempfang in der RP-Redaktion. Die Ruhe vor dem Sturm.

Max I. und Hannah I. waren freudig überrascht, als sie ihren Karnevalswagen am Dienstagabend zum ersten Mal sahen und tauften. Sie ließen Wasserballone auf die stilisierte Kutsche knallen, während 350 Narren in der Halle der Enni am Jostenhof jubelten. Max und Hannah verliebten sich sofort in das Gefährt. Sie stiegen ein und ließen den Wagen wackeln, als sie „Ob Prinzessin oder Prinz, wir tanzen“ von Volker Rosin und „Irgendwo – na-na, na-na-na“ nach dem Lied „Live ist life“ der Gruppe Opus sangen. Insgeheim tauften sie ihre Kutsche auf den Namen „Helikopter 117“. Ist das Lied „Helikopter 117“ doch ihr persönliches Lied dieser Session als Kinderprinzenpaar, neben den drei offiziellen, „Ob Prinzessin oder Prinz“, „Irgendwo“ und der „Piratenpolonaise“ von Markus Becker. Immer wenn sie in ihrem Prinzenbus, einen VW-Bus, sitzen, um mit ihrer Crew vom Jugendbeauftragten Andreas Driske von Auftritt zu Auftritt gebracht werden, singen sie den Song „Helikopter 117“. „Mach den Hub, Hub, Hub. Mach den Schrauber, Schrauber, Schrauber. Mach den Helikopter 117“, intonieren sie dann. Bei Hub und Schrauber trommeln sie an die Decke.

Orden für RP-Redaktionsleiterin Julia Hagenacker: (vl.) Joachim Fenger, Andreas Driske, Manfred Dürig und RP-Redakteur Dirk Neubauer. Foto: Anne Harnischmacher

„Max und Hannah wussten nicht, wie ihr Wagen aussieht“, erzählte Ariane Ramackers, nachdem die offizielle Wagenweihe mit Schauprogramm abgeschlossen war und die großen Sponsoren des Moerser Karnevals Dank gesagt worden war, Lutz Hormes und Hans-Gerd Rötters für die Enni und Guido Lohmann für die Volksbank Niederrhein. Die Mutter von Max berichtete weiter: „Wir haben den Wagen zweieinhalb Monate lang gebaut, von Anfang Juni bis Mitte August. Max war neugierig. Er hat immer im Haus gesucht, ob er etwas finden kann. Ich habe die Krone hergestellt. Ich habe die Teile dafür im Kofferraum meines Autos versteckt. Da kam Max nicht heran, weil ich das Auto abgeschlossen habe. Wenn er in der Schule war, konnte ich daran arbeiten.“

Vater Oliver Ramackers ergänzte: „Es war nicht leicht, alles geheim zu halten. Es haben acht bis zehn Personen am Wagen gebaut. Niemand hat etwas gesagt.“ Dieser „Helikopter 117“ „fliegt“ am Nelkensamstag als letzter los, nachdem sich die ersten Wagen an der Ottostraße in Homberg bereits um 13.30 Uhr in den närrischen Lindwurm einreihen.

An diesem Tag feiert Max I. seinen zehnten Geburtstag. „Er hat eine Geburtstagsfeier mit 100.000 Gästen, die ihm beim Nelkensamstagzug zujubeln“, blickte am Dienstagabend Andreas Driske auf den 2. März, der die Wagenweihe zusammen mit Kulturausschuss-Vizepräsident Rainer Fischer moderierte. Nach der Wetterprognose soll sich die Temperatur zwar etwas abkühlen, aber es soll weitgehend trocken bleiben.

90 Termine haben Prinz Max I. und Prinzessin Hannah I. seit Anfang Januar für den Kulturausschuss Grafschafter Karneval (KGK) absolviert. Immer waren sie gut gelaunt, immer fanden die beiden vor hunderten von Erwachsenen die richtigen Worte. Doch die XXL-Session hat natürlich Kraft gekostet. So legten die Tollitäten gestern einen Ruhetag ein. „Eine Erkältung schwächt vor allem die Prinzessin zusätzlich“, verriet Manfred Dürig beim obligatorischen Besuch der obersten Moerser Jecken in der Lokalredaktion der Rheinischen Post. Da saßen sie nun, die Erwachsenen von Narren.- und von der Redaktionsseite – in einem freundlichen Dialog – aber natürlich fehlte das Kinderprinzenpaar, dass sich in dieser Session doppelt schlagen muss.

„Die beiden haben nicht nur die Fußstapfen der Großen ausgefüllt, sondern all unsere Erwartungen übertroffen“, fasste KGK-Sprecher Manfred Dürig zusammen. Das liege zum einen an Prinz und Prinzessin, die den Karneval „im Blut hätten“. Zum anderen gebühre dem Jugendbeauftragten Andreas Driske ein großer Dank. KGK-Vizepräsident Joachim Fenger sagte es so: „Es ist ihm und allen rund um das Prinzenpaar gelungen, die Stärken von Max und Hannah herauszuarbeiten – und beide dennoch Kinder sein zu lassen.“

Vor allem Max finde auf den Bühnen immer und spontan die passenden Worte und habe so die Fähigkeit, das Narrenvolk für sich und die Prinzessin einzunehmen. Und offenbar hat die Rundreise durch die Moerser Jecken-Welt die beiden auch ein bisschen weiser werden lassen. Laut ihrem Chef-Betreuer Andreas Driske wollen Max und Hannah nicht noch einmal Prinzenpaar werden. Das, so die Erklärung, sei so schön gewesen, das wollen sie genauso in Erinnerung behalten.