Moerser Musikschule sucht Übe-Paten für das Jekits-Projekt.

Musikschule Moers : Auf die Übe-Paten kommt es an

Die Moerser Musikschule sucht für das Jekits-Programm an Grundschulen Menschen, die Kinder für die Musik begeistern, sie ermuntern und begleiten. Ein Instrument müssen die Ehreamtler selbst nicht unbedingt spielen.

Nach den Herbstferien hat bei den Zweitklässlern an den Moerser Grundschulen das Jekits-Programm mit dem ersten Instrumentalunterricht begonnen. Im Boot ist mit Lehrkräften die Moerser Musikschule. „Jekits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ ist das Nachfolgeprogramm von Jeki, „das 2007 in NRW ins Leben gerufen wurde und jedem Kind die Möglichkeit bot, ein Instrument zu erlernen“, beschreibt Musikschulleiter Georg Kresimon die Ausrichtung des musikalischen Angebots für Grundschulkinder. Dabei geht die Moerser Musikschule ihren vielversprechenden Weg weiter und bittet um Unterstützung für die Zweitklässler. Kresimon: „Wir suchen Übe-Paten, die die Kinder im Instrumentalunterricht begleiten.“

Wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, ist mancher Zweitklässler noch unsicher in der Handhabung des Instruments, fühlt sich unter- oder überfordert und braucht ganz einfach Unterstützung. Vom „Coach“ ist dann neudeutsch die Rede. Oftmals mangelt es an regelmäßigen Übe-Einheiten, vielleicht auch, weil im häuslichen Umfeld zu wenig Zeit ist. „Da fehlt es häufig an Begleitung, und schnell macht sich Frust bei den Jungen und Mädchen breit“, so Kresimon. „Viele Kinder verlieren dann an der Musik die Freude und finden später kaum noch den Zugang.“

Aber auch eine hohe Erwartungshaltung träge dazu bei. Gerade die Gitarre sei Favorit. Sie spiele sich nicht perfekt von alleine. „Ein Instrument muss in seiner Handhabung und im Spiel erlernt werden und das setzt das Üben voraus“, sagt Kresimon. Anders sei die Situation, wenn Kinder in der Musikausübung Lob und Bestärkung erfahren, motiviert werden, sich weiter mit ihrem ausgesuchten Instrument vertraut zu machen. In dieser Situation kommen die Übe-Paten ins Spiel, wie Ellen Bosch, die Querflöte spielt. Jürgen Schumacher spielt Gitarre. Beide sind erfahrene Übe-Paten, helfen, unterstützen, loben und freuen sich mit über erste Erfolge. Sie zeigen auch, wie sich das für Kinderhand konzipierte Instrument am besten halten lässt.

„Ich bin von Anfang an beim Unterricht dabei, so dass mich die Kinder kennenlernen und Vertrauen fassen können“, sagt Jürgen Schumacher. Mit dem Musiklehrer wird sein Einsatz abgesprochen. „Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht, wenn ich in den Kindern das Feuer für die Musik entzünden konnte“, so der erfahrene Übe-Pate.

Hannelore Leciejewski koordiniert die jeweilig ehrenamtlichen Einsätze, die kostenfrei sind, da der Förderverein der Musikschule im Hintergrund aktiv ist. „Der Übe-Pate gibt die positive Verstärkung und begleitet dann für den abgesprochenen Zeitrahmen. Er ersetzt nicht den Lehrer“, so die Koordinatorin. Dabei bleibt es dem Übe-Paten frei, die jeweiligen Einsätze festzulegen.

Derzeit sind es vier Moerser Grundschulen, die das Angebot nutzen. Dabei leisten die Schulen im Offenen Ganztag ihren Beitrag, wenn sie in Absprache mit der Musikschule Räumlichkeiten für die Übe-Einheit zur Verfügung stellen. „Die Erfahrungen sind gut“, sagt Hannelore Leciejewski. „Dabei muss der Pate selber kein Instrument spielen, sondern einfach nur das Kind begleiten. Zu den wichtigen Voraussetzungen eines Paten gehören Geduld, Toleranz und Bereitschaft, mit Kindern zusammenzuarbeiten.“

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