Moerser Musikschule mit Tag der offenen Tür

MOERS : Die Grafschaft im Zeichen der Musik

Zur 50-Jahr-Feier der Musikschule kamen viele Besucher in die Innenstadt.

Georg Kresimon steht mit der „Jungen Sinfonie Moers“ auf einer Bühne auf dem Altmarkt. Das Orchester, für das die Moerser Musikschule mit dem Gymnasium Adolfinum kooperiert, spielt den dritten und vierten Satz aus Antonín Dvoráks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“. Die Musiker begeistern das Publikum, und Musikschulleiter und Dirigent Kresimon findet diese Aufführung sogar noch ein Stück besser als die erste eineinhalb Wochen zuvor. Das ist auch gut so, denn am vergangenen Samstag feierte die Moerser Musikschule ihr 50-jähriges Bestehen.

„Das ist ja ein Riesending“, sagt Musikschullehrer Reinhard Storm, „wir sind in der ganzen Stadt überall präsent“: Musiziert wird nicht nur auf dem Altmarkt, sondern auch vor und in der Stadtkirche, auf dem Hanns-Dieter-Hüsch-Platz, vor dem Schloss und im Rittersaal. Dort spielen zwei E-Gitarristen van Halens „Jump“ vor alten Gemälden und einem Wandteppich. Die Absicht der Musikschule sei, „die Innenstadt an möglichst vielen Spielorten zu beschallen“, erklärt Ralf auf der Heiden, der das Musikschulfest mit organisiert hat. „Das Schloss und die Stadtkirche waren alle sehr kooperativ, nichtsdestotrotz war es ein großer Aufwand“, sagt er.

Die Organisation hat ein Jahr in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt. „Dieses Musikschulfest ist schon was Besonderes“, sagt ein Schlagzeuger. Er spielt an diesem Tag dreimal – an unterschiedlichen Orten. Doch ihm helfen Menschen, sein Instrument zu transportieren. „Der Aufwand ist groß, aber es macht Spaß“, sagt ein sichtlich zufriedener Georg Kresimon, der nach eigener Aussage „sehr, sehr, sehr stolz“ auf seine Musikschule ist.

„Und wir sind gerne draußen.“ Morgens um sechs wurden die Bühnen aufgebaut, von elf bis vier Uhr dauert das Programm. „Das ist alles nur möglich, wenn das Kollegium mitzieht“, sagt Kresimon und bestellt dem Hausmeister, der Verwaltung, den Lehrern und dem Leitungsteam ein großes Kompliment.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das noch mal machen, aber wahrscheinlich nicht jedes Jahr“, sagt er. Dafür seien auch die Kosten zu hoch. In diesem Jubiläumsjahr möchte die Musikschule aber „wirklich rausgehen und präsent sein“: mit vielen Veranstaltungen, Straßenmusik, einem Auftritt auf dem Trödelmarkt und eben diesem Fest. „Denn es ist auch eine neue Musikschule, anders als vor zwanzig, dreißig Jahren“, sagt Storm.

Ein Merkmal der Musikschule ist, dass alle Altersgruppen von anderthalb Jahren an dort in Berührung mit der Musik kommen, sagt Kresimon. „Wir wollen die Kinder so früh wie möglich für die Musik begeistern“, sagt er. In vielen Ensembles spielen junge wie ältere Musiker.

Den ersten Auftritt des Tages haben die Jekits-Kinder („Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“) aus den ersten Klassen der 13 Grundschulen.

Sie singen mit Orchesterbegleitung unter anderem „Musik tut gut, Musik macht Mut!“ und erzählen mit einer Fürstin Henriette eine kleine Geschichte. Viele der Zuschauer kommen, um ihre Kinder und Enkelkinder zu sehen – „und weil es einfach eine schöne Sache ist für Moers“, erzählt eine sehr stolze Mutter.

(alli)