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Moerser Karneval trauert um Karl-Wilhelm Raeymakers

Büttenredner und Ex-Prinz aus Scherpenberg : Trauer um Karl-Wilhelm Raeymakers

Der Karneval in der Grafschaft trauert um Karl-Wilhelm Raeymakers. Als Vollblut-Karnevalist von jungen Jahren an begeisterte er als Büttenredner lange Zeit in den Sälen weit über Moers hinaus. In der Session 1989/1990 regierte er als Prinz Karl-Wilhelm I. die Narren der Grafschaft. Er engagierte sich auch stark in Scherpenberg.

Der Karneval in der Grafschaft trauert um eine Legende: Karl-Wilhelm Raeymakers starb am 5. Januar, einen Tag nach seinem 81. Geburtstag. Als Vollblut-Karnevalist von jungen Jahren an begeisterte er als Büttenredner lange Zeit in den Sälen weit über Moers hinaus. In der Session 1989/1990 regierte er als Prinz Karl-Wilhelm I. die Narren der Grafschaft.

An seinem närrischen Lebenslauf lässt sich auch die Moerser Karnevalsgeschichte ablesen. Start war in der Kirchengemeinde: Bei der katholischen Jugend in Scherpenberg hatte der junge Malerlehrling seinen ersten Auftritt. 1959 wurde der Elferrat St. Konrad CAJ gegründet – und Raeymakers war dabei. Nicht nur als Redner und Elferratsmitglied. Im Männerballett schwang er zudem das Tanzbein. Er war auch dabei, als 1969 aus der MoJuKe die Karnevalsgesellschaft Humorica wurde. Im Jahr davor war er zum ersten Mal zur „Doof Nuss“ geworden, nachdem er es vorher als „Dröger Pitter“ versucht hatte. Eine Anleihe aus Köln, wo Hans Hachenberg die Figur berühmt machte. So kam er auch in Kontakt mit Marlies Viefers, die ihm über ihre Künstleragentur zahlreiche Auftritte vermittelte. Raeymakers kam herum: Krefeld, Düsseldorf, Essen – aber auch Hamburg, Cuxhaven und Wilhelmshaven stehen auf seiner langen Liste. Vor allem in den 80er Jahren war er sehr gefragt. Ab 1995 machte er deutlich weniger in der Bütt, kehrte zu den Wurzeln zurück und mischte wieder kräftig bei St. Konrad in Scherpenberg mit.

Viele Jahre war er zudem der „Kapitän“ des Scherpenberger Motorbootclub Viktoria und bereiste mit Mannschaft, Freunden und Interessierten eine Vielzahl niederländischer Gewässer. Als Mitbegründer der „Scherpenberger Aktiven“ kümmerte er sich intensiv mit um die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung, die Aufstellung des Weihnachtsbaumes am Karlsplatz und die Durchführung des Adventssingens und des Scherpenberger Wappenfestes.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Mittwoch, 20. Januar, um 10 Uhr auf dem Parkfriedhof in Homberg statt.