Moerser Jugendkongress: „Hinterfragt die Dinge!“

Moers: Jugendkongress: „Hinterfragt die Dinge!“

Rund 140 Schülerinnen und Schüler von acht weiterführenden Moerser Schulen haben am zehnten Moerser Jugendkongress teilgenommen. Zum ersten Mal hat das Organisationsteam Frauen in den Mittelpunkt der Veranstaltung gerückt: „Mädelsache – Frauen in rechtsextremistischen Szenen“ war das Motto.

Nach einer kurzen Talkrunde zum Einstieg ging es beim ersten Vortrag der Journalistin und Autorin Andrea Röpke um aktuelle Ereignisse und Veränderungen in der Zivilgesellschaft. Sie hat dabei spezielles Augenmerk auf die Rolle von Frauen gelegt und diese analysiert. Danach folgte der wohl spannendste Programmpunkt: Zum ersten Mal waren zwei Aussteigerinnen aus der extremistischen Szene beim Jugendkongress zu Gast.

Im Saal herrschte totale Stille, als Lea und Jeyda berichten, wie sie in die Szene „reingerutscht“ sind und später den Ausstieg schafften: „Für mich hat der ganze Hass und das ewige ‚Wir‘ gegen ‚Die‘ an einem gewissen Punkt einfach keinen Sinn mehr gemacht. Das wurde mir alles zu viel.“ Ein ganz klarer Appell an die Jugendlichen war: „Setzt euch für eure eigene Meinung und Haltung ein, und lasst euch nicht von anderen erzählen, was vermeintlich richtig oder falsch ist. Hinterfragt die Dinge und glaubt nicht alles sofort.“

In der zweiten Tageshälfte konnten in fünf verschiedenen Workshops weitere Facetten des Rechtsextremismus erarbeitet werden. Zwei Kreativworkshops hatten drei Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule konzipiert. Daraus sind die Projekte „Graffiti für Demokratie“ und „Wand der Schande“ entstanden. Schüler haben Fotos von rechten Symbolen und Sprüchen an Laternen oder Häuserwänden gemacht und an die Wand geklebt. Daraus soll im nächsten Jahr eine Ausstellung werden.

  • Moers : Eine Schande

Für die Gestaltung der „Wand der Schande“ wird noch mehr Material benötigt. Wer in Moers Schmierereien entdeckt, kann das Foto mit Fundort an jugendkongress@moers.de schicken.

Der Moerser Jugendkongress ist ein Projekt des „Moerser Signals zur Überwindung von Rechtsextremismus und zur Förderung von Demokratie“. Organisiert wird er von vom städtischen Kinder- und Jugendbüro in Kooperation mit der VHS Moers/Kamp-Lintfort, dem Schlosstheater Moers und Bollwerk 107. Gefördert wird die Veranstaltung von der Volksbank Niederrhein.