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Unsere Woche: Moerser Großprojekte

Unsere Woche : Moerser Großprojekte

An der Homberger und an der Rheinberger Straße investieren in den nächsten Jahren Unternehmen Millionenbeträge. Davon profitieren die Bürger. Aber es gibt auch Risiken.

Die jüngste Sitzung des Planungsausschusses dürfte als eine der längsten und heißesten in die Geschichte dieses Gremiums eingehen. Trotz widriger äußerer Umstände war die Stimmung unter den Mitgliedern gehoben. Selten zuvor galt es so viele Großprojekte auf einmal auf den Weg zu bringen.

Dass die nicht immer so ausfallen, wie man sich das gewünscht hätte, bezeugte der Ort des Geschehens selbst. Wie konnte man nur einen Ratssaal mit bodenhohen Fenstern ohne Klimaanlage konzipieren? Hoffentlich beweisen die Planer bei den übrigen Projekten mehr Umsicht. Da ist vor allem das neue Edeka-Zentrum im Moerser Norden. Zweifelsohne ein Gewinn für die die Stadt und ein Garant für Arbeitsplätze. Aber der Segen könnte auch zum Fluch werden, wenn die verkehrliche Anbindung misslingt. Schon heute ist die Rheinberger Straße an vielen Tagen überlastet. Die Einschätzung der Verwaltung lautet: Schwer, aber machbar.

Auch beim Ersatzbau für die Grafengalerie geht es nun mit Riesenschritten voran. Kommune und Investoren streben einen Baubeginn bereits in diesem Herbst an. Während die dort vorgesehenen Mittelklassewohnungen in Moers dringend gebraucht werden, verwunderte der Enthusiasmus, mit dem die Ausschussmitglieder das gegenüber geplante Großhotel begrüßten. dann doch. 140 Zimmer auf dem bisschen Platz, das dort zur Verfügung steht, erscheint reichlich ambitioniert. Zudem läge die Gästebettenzahl in Moers dann über dem von der Dehoga ausgerechneten Bedarf. Ein Verdrängungseffekt zumindest im gleichen Preissegment ist wahrscheinlich. Aber gut, so funktioniert der Markt nun einmal. Und sollte Moers tatsächlich den Zuschlag für einen Teil der Internationalen Gartenausstellung 2027 erhalten, würden diese Betten sogar dringend benötigt. Doch die Hoffnung, dass sich die Träume der Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und Grafschaftern realisieren lassen, sind verschwindend gering.

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Viel zu spät ist dieses Projekt aufs Gleis gesetzt worden. Die Entscheidung fällt bereits im August. Bis dahin müssten die Realisierungs-Chancen überprüft und eine stimmige Konzeption vorgelegt werden. Das erscheint bei einem Projekt, das mit den Nachbarkommunen Duisburg und Neukirchen-Vluyn abgestimmt werden müsste, nahezu ausgeschlossen. Zudem denkt der Besitzer der Halde Lohberg gar nicht daran, von seinen bereits rechtmäßig genehmigten Deponieplänen Abstand zu nehmen.

Eigentlich sollte das "Bündnis" das auch wissen. Wenn es dennoch einen solchen Vorschlag unterbreitet, dann ist das Pseudo-Politik. Oder will man am Ende nur einen Schwarzen Peter verteilen können?

Ein schönes Wochenende! j[email protected]

(RP)