Moerser fordern Kontrollen gegen wildes Grillen

Freizeitpark: Moerser wollen wildes Grillen verbieten

Politik und Verwaltung nehmen das Problem nicht ernst genug, kritisiert das Quartierforum Innenstadt.

Jeden Sommer ist das Grillen im Freizeitpark ein Thema, jeden Sommer wird kritisiert und diskutiert. Nur ändern tut sich nichts. Jedenfalls nicht zum Besseren, eher im Gegenteil. „Das Verhalten - einfach liegenlassen, einfach wegwerfen - hat zugenommen“, sagte gestern Dörte Ratay vom Quartierforum Innenstadt. Der Kreis von engagierten Moersern will endlich Taten gegen das wilde Grillen sehen. „Politik und Verwaltung nehmen das Problem nicht ernst genug“, sagte Quartierforum-Mitglied Klaus Vinschen. Und Karl-Heinz Theußen ergänzte: „Seit 2007 wird politisch über eine Parksatzung diskutiert. Kriegen die das in elf Jahren nicht hin?“

Wie berichtet hat das Quartierforum die Ratsfraktionen für heute zu einem Gespräch eingeladen. Nur SPD und CDU haben zugesagt. Besonders wurmt die Quartierforum-Mitglieder eine Absage von Claus-Peter Küster (Grafschafter), der eine für September erwartete Verwaltungsvorlage zum Thema abwarten wolle. „Die Grafschafter verstecken sich hinter der Verwaltung“, heißt es bei den enttäuschten Bürgern. Sie begrüßen grundsätzlich die Möglichkeit, im Freizeitpark zu grillen. „Jedoch müssen auch die negativen Begleiterscheinungen benannt werden; wie Verschmutzung, wildes parken, ausgedehnte Flächennutzung und teils rücksichtsloses Verhalten“, heißt es im Brief an die Fraktionen.

Das Quartierforum wünscht sich mehr Abfallkörbe im Park, vor allem aber ein Regelwerk, an das sich die Griller zu halten haben. Ähnlich wie das der hessischen Gemeinde Fränkisch Crumbach, wo es eine Grillsatzung gibt. „Die gesamte Anlage ist nach Durchführung der Veranstaltung frei von jeglichem Papier, Dosen, Flaschen und sonstigen Abfällen zu hinterlassen. Zusätzlich erforderliche Säuberungsarbeiten gehen zu Lasten der Benutzer“, steht es darin zum Beispiel. Dem Quartierforum ist klar, dass schöne Worten allein nicht reichen. „Ohne Kontrolle geht gar nichts“, sagte Vinschen. Dazu gehöre auch die Bereitschaft, das Ordnungsamt eventuell personell zu stärken und Mitarbeiter des Ordnungsamts auch am Wochenende einzusetzen. Während in der Woche Politessen fleißig Falschparker aufschrieben, herrsche an Sommerwochenenden im Freizeitpark das Chaos. „Es kann nicht angehen, dass hier öffentliche Ordnungsvergehen nicht gemaßregelt werden“, sagte Theußen.

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Schwacher Trost für die Moerser: In allen Städten mit Parkanlagen gebe es vergleichbare Probleme, sagte Theußen. Er führte eine Untersuchung der Humboldt-Universität Berlin an. 5000 Menschen seien gefragt worden, warum sie ihren Müll in der Botanik liegen ließen. 15 Prozent der Befragten führten dies auf einen Mangel an Abfalleimern zurück, 25 Prozent auf Gedankenlosigkeit. Weitaus die meisten hätten zugegeben, dass sie zu bequem waren, ihren Dreck ordentlich zu entsorgen.

Das Quartierforum Innenstadt trifft sich jeden dritten Dienstag im Monat um 17 Uhr im SCI-Haus am Hanns-Ahlbeck-Platz.