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Moers: Moerser demonstrieren gegen Hass und Hetze

Moers : Moerser demonstrieren gegen Hass und Hetze

Am Schürmannshütt gingen Menschen auf die Straße, die Awo feierte den internationalen Tag gegen Rassismus.

Für die Mädchen und Jungen der Awo-Kita Eichendorffstraße war die Sache klar. „Wir sind Kinder einer Welt“, sangen sie: „. . . ob weiß, ob schwarz, ob fern, wir haben alle Kinder gern“. Riesenapplaus im Internationalen Zentrum (IZ) an der Talstraße in Repelen. Dort feierte die Awo mit vielen Gästen den internationalen Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung am 21. März. Den hat die Uno bereits 1966 ausgerufen. Im dieser Form begangenen werde er im Repelener IZ aber seit dem vergangenen Jahr, sagte Olga Weinknecht, beim Awo-Kreisverband zuständig für das Sachgebiet Flucht, Migration und Integration.

„Rassismus entsteht aus Angst einer Mehrheit vor einer fremden Minderheit“, sagte Weinknecht. Nach offiziellen Zahlen des Bundesinnenministeriums habe es allein im Jahr 2018 in Deutschland 1775 Übergriffe aus Geflüchtete und 173 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. „Rassismus kann töten“, sagte Weinknecht mit Blick auf den Anschlag von Christchurch in Neuseeland, bei dem jüngst 50 Menschen getötet wurden. Für sie legten die Gäste im Internationalen Zentrum eine Schweigeminute ein.

Im Internationalen Zentrum Repelen beging die Awo den Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung. Foto: pogo

Wer durch die Räume des IZ ging, fand an verschiedenen „Stationen“ Gelegenheit, über Rassismus und Diskriminierung nachzudenken und sein eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen. Auf einer Stellwand prangten Begriffe wie „rassig“, „primitiv“, „typisch deutsch“, „Gastarbeiter“, „zivilisiert“. „Man kann man sich mit diesen Begriffen auseinandersetzen“, erläuterte Weinknecht. „Zum Beispiel: Gibt es Volker, die zivilisierter sind als andere?“ Ihre Antwort, wie aus der Pistole geschossen: „Nein!“

Nebenan war ein „Rassismus-Barometer“ aufgebaut. Auf einer Skala von Null bis 100 konnte jeder für sich entscheiden, ob er schon mal Rassismus erlebt hat. Eine Schülergruppe der Anne-Frank-Gesamtschule kam an dieser Station ins Gespräch mit einer Besucherin offenbar türkischer Herkunft. „Rassismus ist mehr geworden“, bedauerte die Frau. Die Schüler und ihre Lehrerin Janina Weißmann stimmten zu. „Man merkt, dass sich Klassen spalten“, bedauerte Weißmann. „Die Kinder bleiben jeweils in ihrem eigenen Kreis.“ Eine Schülerin beklagte einen Rechtsruck in Deutschland. „Es ist ziemlich erschreckend, dass so eine Partei so viel Zuspruch bekommt“, sagte sie mit Blick auf die AfD.

Um gegen Hass und Hetze zu demonstrieren, sind auch am Donnerstagabend wieder Menschen auf die Straße gegangen. Das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage hatte dazu aufgerufen. Diesmal fand die Demo nicht, wie im August vergangenen Jahres, in der Innenstadt, sondern am Schürmannshütt statt. Die AfD hatte dort zeitgleich einen Vortragsabend mit einem „auswärtigen Sprecher“ geplant. Der genaue Ort der Veranstaltung wurde vorger nicht öffentlich bekanntgegeben.