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Moerser bleiben mit der NIAG auch in Corona-Zeiten mobil

Busfahrer der NIAG berichten : Mobil auch in Corona-Zeiten

Rund 400 Busfahrerinnen und Busfahrer der NIAG sind im Einsatz.

(lang) „Alle loben den derzeitigen Einsatz der Ärzte und Pflegekräfte, aber von dem, was die Busfahrer leisten, spricht niemand.“ Das findet die Kamp-Lintforterin Resi Höfer „richtig traurig“. „Da sollten die Zeitungen auch mal drüber schreiben“, meint sie.

Rund 400 Busfahrer und -fahrerinnen haben bisher bei den NIAG-Verkehrsbetrieben dafür gesorgt, dass die Niederrheiner mobil waren. Und auch wenn zurzeit wegen der staatlich verordneten Kontaktbeschränkungen nicht mehr ganz so viele Fahrer an den Lenkrädern sitzen, sind es immer noch einige. Um sie vor Ansteckung zu schützen, hat die NIAG bereits am 14. März verschiedene Schutzmaßnahmen umgesetzt. So dürfen die Fahrgäste jetzt nur noch an den hinteren Bustüren ein- und aussteigen, der Fahrkartenverkauf durch die Fahrer wurde eingestellt, und weitere nähere Kontaktaufnahmen zu ihnen mit einem Absperrband verhindert.

„Das war am Anfang etwas ungewohnt“, sagt Busfahrer Heiko Timma. Der 53-Jährige fährt seit 29 Jahren für die NIAG und begrüßt die Maßnahmen. Schwierigkeiten mit den Fahrgästen habe er deswegen nicht erlebt. Im Gegenteil. Alle hätten – wie gewünscht – beim Sitzen Abstand gehalten, und einige hätten ihm beim Aussteigen sogar gute Gesundheitswünsche zugerufen.

Sein 52-jähriger Kollege Mimoun Smaali hatte anfangs vor allem mit jüngeren Fahrgästen ein paar Probleme. „Als bekannt wurde, dass die Schulen schließen, war mein Bus plötzlich voll mit jungen Leuten, die dachten, dass sie ab jetzt umsonst fahren könnten.“ Auch seine Mahnungen, möglichst nicht so nah zusammen zu sitzen, seien nur zögerlich befolgt worden. Doch das habe sich inzwischen geändert. Auf die Frage, wie es denn mit seiner eigenen Angst vor Ansteckung bestellt sei, antwortet er: „Die ist schon groß. Aber ich desinfiziere immer wieder meine Hände und wasche sie zusätzlich vor und nach den Fahrten ganz gründlich.“

Die 27-jährige Jana Schimetzek hat dagegen keine Angst. Sie hat vor neun Jahren ihre Ausbildung als Busfahrerin bei der NIAG gemacht. „Eigentlich ist alles wie immer, nur dass man jetzt keine Fahrkarten mehr verkauft“, beschreibt sie ihre Erfahrungen. „Ich mag den Kontakt zu den Fahrgästen und hoffe, dass bald alles wieder so läuft wie vorher.“ Das wird jedoch noch eine Weile dauern. So gilt jetzt erstmal im gesamten NIAG-Bereich die ganze Woche der eingeschränkte Samstagsfahrplan. Die Fahrzeiten am Sonntag bleiben wie gehabt.

Die Fahrscheinpflicht bleibt auch während der eingeschränkten NIAG-Busfahrpläne bestehen. Neben den üblichen Monatskarten können Fahrscheine entweder online unter www.niag-online/handyticket.de gekauft werden oder in den NIAG-Geschäftsstellen.

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