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Moerser betreibt Pferdezucht in offener Haltungsform

Mensch & Stadt : Pferdezucht in offener Haltungsform

Heinz-Peter Leimkühler führte in der Pferdezucht die Herdenhaltung in einem nicht geschlossenen Stall ein. Im Bergischen Land ist diese Form der Tierhaltung schon seit längerem etabliert. Der 59-jährige Moerser stellt positive Auswirkungen für die Einhufer fest.

Das Shetlandpony Keks liebt die Herdehaltung im offenen Pferdestall. Wenn es will, kann es unter das Dach des Stalls gehen, um dort auf Sand oder auf Sägespänen zu stehen und Wasser aus der Einzeltränke zu schlürfen. Oder es kann den Stall verlassen, um auf einer Wiese frisches Gras zu fressen. Oder es kann mit anderen Pferden vor dem Stall zusammenstehen und sich austauschen.

„Die Pferde sind im neuen Stall anhänglicher und zutraulicher“, freut sich Heinz-Peter Leimkühler. „Wenn ich hineingehe, kommen sie auf mich zu.“ Dabei hat der staatlich-geprüfte Landwirt keinen neuen Stall im klassischen Sinne gebaut. Er hat die Außenwände weggelassen, um diesen mehr an einen Carport als an einen Stall erinnern zu lassen, dessen Dach allerdings nicht 20 Quadratmeter groß ist, sondern mit 400 Quadratmetern 20-mal größer.

Mit anderen Landwirten gehört der 59 Jahre alte Moerser zu den ersten Landwirten am Niederrhein, die offene Ställe für Pferde eingeführt haben, nachdem diese bereits in der Rinderhaltung bekannt sind. Im Unterschied zur Rinderhaltung ersetzen bei der Pferdehaltung allerdings Windnetze die Wände. „Pferde wollen trocken und zugfrei stehen oder liegen“, sagt Christiane Leimkühler. „Die Kälte macht ihnen nichts aus. Auch in der Natur leben sie im Winter um die null Grad herum.“

Wie in der Natur sind die Pferde im offenen Stall in einer Herde zusammen, anders als in der Natur östlich des Pattbergs allerdings in einer rein männlichen Herde. „Wir haben uns vorher bei der Landwirtschaftskammer in Lindlar im Oberbergischen Kreis informiert“, erzählt Christiane Leimkühler. „Dort haben schon mehrere Landwirte Offenstallhaltung. Nach deren Erfahrung kann es unter den Wallachen zu Rivalitäten um die Stuten kommen, wenn die Herden gemischt sind.“

Acht Einstellpferde, wie Pensionspferde in der Landwirtschaft heißen, leben in dem neuen Offenstall, irgendwann sollen es 14 sein. „Die Fläche ist für 18 Pferde zugelassen“, sagt Heinz-Peter Leimkühler. Wie seine Frau sieht er die offenen Ställe als ein zusätzliches Angebot, das von weiblichen und männlichen Reitern nachgefragt wird. So bieten sie auch Boxen in einem geschlossenen Stall ohne eigenen Auslauf, Außenboxen sowie Paddockboxen mit täglichem Weidegang an. Insgesamt stehen auf dem Hof an der Wefortstraße in der Bauernschaft Kohlenhuck 30 Pferde.

„Die Reiter sind unterschiedlich und wählen unterschiedliche Ställe, lieben alle aber Pferde und die Reiterei“, sagt Tochter Jana Leimkühler. Die 27 Jahre alte Steuerfachwirtin kann sich vorstellen, einmal den Hof zu übernehmen, den ihre Eltern von der Schweinmast, Milchviehhaltung und Rinderaufzucht auf die Pferdehaltung umgestellt haben. „2008 hatten sie die ersten Einstellpferde, damals acht“, blickt sie zurück. „Anfang des Jahres haben meine Eltern die Rinderaufzucht aufgegeben, die noch geblieben war. Seitdem haben sie sich auf die Pferdehaltung spezialisiert. Ich denke, das war eine richtige Entscheidung.“