Moers: Moerser beklagt Lärm durch Segelflieger

Moers: Moerser beklagt Lärm durch Segelflieger

Seit 40 Jahren fordert Hans Bruckschen, Motorschleppstarts am Krefelder Flugplatz Egelsberg zu verbieten.

Wenn Hans Bruckschen eines an seinem abgeschiedenen Garten in Achterrathsfeld stört, dann ist es der Fluglärm. "Ich habe einfach keine Ruhe. Am Wochenende und an Feiertagen fliegen Motorflugzeuge im Zehn-Minuten-Takt über meinen Hof, die Segelflieger in die Luft bringen", sagt der 67-jährige Hochschuldozent. 1976 forderte er zum ersten Mal ein Verbot der Motorschleppstarts am Flugplatz Egelsberg bei der Bezirksregierung ein. Seitdem schreibt er regelmäßig Briefe dorthin.

Vor mehr als zehn Jahren wurde der Egelsberg vom Verkehrsflugplatz zum Sonderlandeplatz herabgestuft und laut Bruckschen gibt es Mittagspausen an Wochenenden und Feiertagen, von 13 bis 15 Uhr - dann dürfe kein motorbetriebenes Flugzeug starten. "Meine persönlichen Beobachtungen zeigen, dass die Pausen nur selten eingehalten werden", sagt Hans Bruckschen, der sich oft im Garten aufhält - zum Arbeiten oder zum Entspannen.

"Das ist mein Hobby und ich sehe nicht ein, dass ich darin beeinträchtigt werde durch ein anderes Hobby", stellt er klar und ergänzt: "Am liebsten wäre es mir, wenn der Egelsberg zum reinen Segelflugplatz eingeschränkt würde. Da das wohl nicht passieren wird, plädiere ich auf ein Verbot von Motorschleppstarts an Wochenenden und Feiertagen."

Schließlich gebe es noch die Alternative des Windenstarts, bei dem das Segelflugzeug an einer Motorwinde in die Luft gebracht wird. "Es ist vielleicht gefährlicher und die Piloten können wohl nicht so lange Strecken zurücklegen", vermutet Bruckschen. "Doch für mich wäre es eine große Entlastung." Das Verhalten der Segelflieger vom Egelsberg nennt der 67-Jährige "egoistisch". Allerdings möchte er sich nicht persönlich mit ihnen auseinandersetzen. "Das würde meine Wut nur vergrößern", glaubt Bruckschen. Deshalb hat er den Weg über die Bezirksregierung gewählt. "Leider wird seit vielen Jahren gegenargumentiert, ich wäre der einzige Beschwerdeführer", bedauert der Moerser. "Das liegt wohl an der abgeschiedenen Lage meines Hofes. Ich habe keine direkten Nachbarn."

Von Bruckschens Beschwerde erfährt die Egelsberger Fluggemeinschaft erst über eine Anfrage unserer Redaktion. "Mich überrascht es, dass der Anwohner nie zu uns gekommen ist", sagt Vanessa Peil, zweite Vorsitzende des Vereins. "Wir setzen uns gern mit ihm zusammen und suchen gemeinsam nach einer Lösung." Und Markus Linkenbach vom Aero Club Krefeld versichert: "Wir nutzen jede technische Möglichkeit, den Lärm zu verringern. Durch Schalldämpfer und vierblättrige Propeller zum Beispiel. Außerdem achten wir darauf, dass die Segelflieger in unterschiedliche Richtungen gebracht werden, so dass kein Gebiet einer größeren Lärmbelastung ausgesetzt ist." Peil nickt: "Hier könnten wir ansetzen. Wenn wir wüssten, wo Herr Bruckschen wohnt, würden wir das berücksichtigen." Ein Verbot von Motorschleppstarts an Wochenenden und Feiertagen halten Peil und Linkenbach für unrealistisch. "Der Windenstart ist gefährlicher, Fehler sind schwieriger zu korrigieren.

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Die Maschine kann leichter nach hinten abkippen. Außerdem erreicht sie eine geringere Höhe als beim Flugzeugschlepp. Und weil die Thermik oft nicht erreicht wird, sind längere Flugstrecken nicht möglich", zählt Peil die Nachteile auf.

"Außerdem fliegen wir nur an Wochenenden und Feiertagen, selten auch mal Mittwochabends. Es ist eben ein Hobby, und sicherlich würden sich viele vom Verein abwenden, wenn sie keine Flugzeugschleppstarts mehr machen könnten."

Die Startzeiten sind mit der Bezirksregierung abgestimmt. "Vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang ist es erlaubt, allerdings schränken wir das durch die Mittagspausen ein", erklärt Peil und widerspricht damit Bruckschens Aussage, die Mittagspausen seien von der Bezirksregierung vorgeschrieben und würden selten eingehalten. "Vor 10.30 Uhr fliegen wir meist nicht. Und ab 19 Uhr sorgen wir dafür, dass keine Flugzeugschleppstarts mehr vorgenommen werden", erklärt Peil.

Die Bezirksregierung in Düsseldorf überprüfe derweil Bruckschens Vorwürfe erneut, teilte eine Sprecherin auf RP-Anfrage hin mit. Ein Eingreifen in die Genehmigung der Fluggemeinschaft ziehe sie nicht in Betracht. "Lediglich der Nachweis einer Gesundheitsgefährdung ließe eine ordnungsrechtliche Einschränkung des Betriebes zu", so die Sprecherin.

(RP)
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