Moerser auf Europa-Radtour

Freizeit in Moers und in der Welt : Moerser auf Europa-Radtour

Der Moerser Peter Hoeger-Wiedig organisiert die Europatour der Global Biking Initiative mit. 450 Fahrer aus 30 Ländern sitzen im Sattel.

Heinz-Gerd Josten sagt, er fühle sich „immer zehn Jahre jünger“, wenn er die Europatour der Global Bike Initiative mitgefahren sei. „Ich komme mit so vielen jungen Menschen in Kontakt“, erzählt der 74-Jährige. „Wenn ich es schaffe, fahre ich bis 80 mit.“

Die Niederrheiner bei der Zielankunft in Hamburg. Foto: Peter Höger

Seit 2012 ist er bei jeder „GBI Europe“, die es seit 2008 gibt, dabei. Nur einmal musste er aussetzen. Er gehört zu den fünf Fahrern aus der Grafenstadt und Umgebung, die Moers zu einer Hochburg für Menschen machen, die Sport, Natur, Spaß, internationale Freundschaft und Charity neu verbinden. Bei der letzten „GBI Europe“ saßen 450 Radler aus 30 weltweiten Ländern im Sattel, 130 davon aus Deutschland. Davon wiederum fünf aus Moers und Umgebung. Sie fahren im Team von Addmore mit, einem Neusser Unternehmen, in dem Dirk Josten, der Sohn von Heinz-Gerd Josten, arbeitet.

Von der Organisation ähnelt die GBI-Europatour der Tour de France. Die Radler treten rund 100 Kilometer pro Tag in die Pedale. Alles andere wird organisiert: der Gepäcktransport, die Verpflegung, die medizinische Versorgung, die Reparaturen oder die Übernachtung, wahlweise in Sporthallen oder in Hotels. Einer der Organisatoren ist Peter Hoeger-Wiedig aus Moers.

„Ich fahre kurz vor der Tour die gesamte Strecke mit dem Auto und mit einem Kollegen auf dem Fahrrad ab und schieße erste Fotos“, erzählt der 66-jährige Diplom-Ingenieur, der die Tour dann auch als Fotograf auf dem Motorrad begleitet. „Manchmal ist plötzlich eine Brücke weg. Oder manchmal ist plötzlich eine Baustelle da. Insgesamt sind während der Tour 70 Personen im Staff-Team, vom Pick-Up-Service bis zur Küche, die gerne von Ghanaern und Ägyptern besetzt wird. Sie sind ehrenamtlich dabei. Sonst wäre eine Tour nicht zu finanzieren.“

Von den Wegen kommt die „GBI Europe“ einer Wandertour gleich. „Die Tour läuft meistens über asphaltierte Feldwege oder Radwanderwege, vorbei an Feldern und Wäldern“, berichtet Peter Hoeger-Wiedig. Das ist auch den Teilnehmern geschuldet, von denen immer mehr aus Saudi-Arabien, Qatar, Kuwait, dem Oman, dem Libanon oder Jordanien kommen. „Sie wollen Wälder sehen und wählen die Touren entsprechend aus“, erzählt Josten. Für den Juli hatten sie eine Tour vom schwedischen Gothenburg über das dänische Kopenhagen bis ins deutsche Hamburg ausgesucht, die 700 Kilometer lang war und anfangs dem Kattegatt-Radwanderweg folgte.

Die Atmosphäre während der Europatour ist locker. „Unser Team versucht Tempo 20 zu fahren. Das ist nicht zu anstrengend“, sagt Josten. Die Sprache bei der Tour ist Englisch, selbst wenn die Fahrer sich in den Teams auf einer anderen Sprache unterhalten können, zum Beispiel auf Deutsch im Team von Addmore. „Viele Mitfahrer kommen aus der IT-Branche“, sagt Peter Hoeger-Wiedig. „Englisch ist die Umgangssprache, die alle können.“

Die Radler reizt die Gemeinschaft, sowohl im Team, als auch im gesamten Tross. „Sie sind weltoffen, reisen oft auf dem ganzen Globus herum und tauschen sich gerne aus“, sagt der Mitorganisator. So kommen fast alle wieder, wenn sie einmal bei einer Europatour dabei waren und danach für einen guten Zweck gespendet haben, 2018 fast 500 000 Euro weltweit, davon 50 000 Euro in Deutschland für die RTL-Stiftung „Wir helfen Kindern“. „We Cycle For Charity“ lautet der wortspielerische GBI-Wahlspruch.

2019 fährt die „GBI Europe“ von Mailand nach München. Sie startet am 30. Juni und endet am 6. Juli.

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