Moerser ärgern sich über Fluglärm

Moers : Keine Ruhe am Himmel über Vennikel

Der Betrieb auf dem Flugplatz Egelsberg sorgt erneut für Beschwerden. Die Segelflieger zeigen sich offen für Gespräche mit verärgerten Anwohnern.

Früher ist es Wolfgang Deitelhoff gar nicht so aufgefallen, aber seit er Rentner ist und mehr Zeit im Garten verbringen kann ärgert er sich darüber immer mehr: „Es liegt ein ständiges Brummen von Motorflugzeugen in der Luft.“ Auch in der Woche, vor allem aber am Wochenende fühlt sich der in Vennikel wohnende 64-Jährige massiv gestört. Für den Lärm macht der den drei Kilometer entfernten Flugplatz Egelsberg im Krefelder Norden verantwortlich. Besonders laut werde es, wenn Segelflugzeuge hochgeschleppt werden. „Die Flugzeuge fliegen ihre Runde über Vennikel. Das ist sehr unangenehm.“ Umso mehr, als Passagierflugzeuge vom Düsseldorfer Airport schon für einen erhöhten Geräuschpegel  sorgten. Beschwerden über den Flugbetrieb in Egelsberg gibt es immer wieder. 2017 berichteten wir wiederholt über das Problem. Damals hieß es, dass sich Anwohner aus Vennikel mit der aus zwei Segelflug-Vereinen bestehenden Fluggemeinschaft zu einem Gespräch zusammensetzen wollten. Zu einer solchen größeren Runde ist es aber seither nach Wissen der stellvertretenden Vorsitzenden der Fluggemeinschaft, Vanessa Piel, bisher nicht gekommen. Anwohner, die sich gestört fühlten, sollten Kontakt mit dem Verein aufnehmen, betonte sie. Es gebe vorgegeben Zeiten für die Starts, zudem versuche man, die Richtung der Schleppflüge im Rahmen der Möglichkeiten zu „streuen“. Bei fast allen motorisierten Fliegern handle es sich um vereinseigene Maschinen mit weitest möglichem Lärmschutz. Die Fluggemeinschaft verfügt zwar auch über eine Winde, mit deren Hilfe Segelflugzeuge starten können. Ganz auf den Schleppstart mit Motorflugzeugen will man aber nicht verzichten. Zum einen sei der Windenstart je nach Stärke und Richtung des Windes nicht immer möglich. Zum anderen habe der Windenstart auch Nachteile. Und: Die Verfügbarkeit beider Startmöglichkeiten machen einen Teil der Attraktivität des Flugplatzes aus. Die beiden Vereine, Aeroclub Krefeld und Verein für Segelflug, kommen zusammen auf rund 360 Mitglieder. Wolfgang Deitelhoff vermutet im Festhalten am Motorschlepp ein „Geschäftsmodell“, aber das weist Vanessa Piel zurück. Sowohl für den Windenstart als auch für den Motorschlepp sei ein Obolus zu entrichten. „Wir arbeiten aber nur kostendeckend. Als eingetragener Verein dürfen wir keine Gewinne machen“, sagte Piel. Im Oktober 2017 bescheinigte die Bezirksregierung den Flugsportlern, dass sie alle behördlichen Auflagen und Bestimmungen erfüllten. Lärmschutzmaßnahmen seien ausreichend.

Flugplatzgemeinschaft Krefeld-Egelsberg, Lilienthalweg 10, Mail: fpg-krefeld@t-online, www.edlk.de