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Moers: Moers wird seine "Filetstücke" nicht los

Moers : Moers wird seine "Filetstücke" nicht los

Die Stadt legt das Bieterverfahren um Grundstücke auf dem ehemaligen GSV/MTV-Sportgelände neu auf. Grund: Interessenten sind von ihren verbindlichen Kaufangeboten zurückgetreten.

In Panik verfällt niemand im Rathaus, aber ärgerlich ist es schon, dass das Bieterverfahren im Projekt "Wohnen am Park" neu aufgerollt werden muss. Bis zum 15. Juni können Interessenten Angebote für sechs (von insgesamt 21) Grundstücke abgeben, die die Stadt noch nicht verkaufen konnte. Zwar habe es nach dem ersten Bieterverfahren, das am 29. Januar endete, insgesamt 29 Angebote gegeben, sagte gestern Dietmar Wortmann, Leiter des Fachdiensts Liegenschaften. "Damit waren wir überzeichnet." Allerdings seien einige Interessenten von ihren "verbindlichen" Kaufangeboten zurückgetreten. "Es kann immer Situationen geben, in denen Verträge nicht zustandekommen. Aber die Gründe haben mich erstaunt", sagte Wortmann, ohne auf Details einzugehen. Die Absagen seien aus persönlichen, finanziellen oder rechtlichen Gründen erfolgt. Letztere lagen zum Beispiel vor, wenn sich Bieter nicht verpflichten wollten, innerhalb von 24 Monaten zu bauen. Darauf müsse die Stadt beharren, denn das Gebiet soll in einem Zuge entstehen, so dass die Straßen danach fertiggestellt werden können, ohne dass Bagger hinterher die neue Asphaltdecke beschädigen.

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Auf rechtliche Auseinandersetzungen mit den zurückgetretenen Anbietern wollte sich die Stadt nicht einlassen. "Wir haben das so hingenommen", sagte Wortmann. "Auf Abschluss eines Kaufvertrags hätten wir nicht klagen können." Kosten seien für die Stadt nicht entstanden, vom Arbeitsaufwand der Rathaus-Mitarbeiter mal abgesehen.

Das Baugebiet in Nachbarschaft zur Dr.-Hermann-Boschheidgen-Straße ist absolute Top-Lage in Moers. Top sind auch die Quadratmeterpreise zwischen 429 und 487 Euro. Die kann sich natürlich nicht jeder leisten. Gemessen an den 130 Interessenten, an die die Stadt Exposés verschickt hatte, war die Zahl der Bieter denn auch gering. Wollte die Stadt zuviel? "Der Kämmerer geht aber davon aus, dass wir die Grundstücke auf jeden Fall wegkriegen", sagte gestern Stadtsprecher Thorsten Schröder. "Ob einen Monat früher oder später, ist egal." Sollte auch die zweite Runde des Bieterverfahrens nicht den erhofften Erfolg bringen, bestehe aber die Möglichkeit, die Grundstücke nicht zum Höchst-, sondern zum Mindestgebot abzugeben. Für die sechs noch verfügbaren, 610 bis 863 Quadratmeter großen Parzellen liegt dies bei 283.000 bis 408.000 Euro.

 Das Baugebiet, hinten die Häuser an der Dr. H.-Boschheidgen-Straße.
Das Baugebiet, hinten die Häuser an der Dr. H.-Boschheidgen-Straße. Foto: pogo

Für die 15 verkauften Grundstücke seien Preise erzielt worden, die teils deutlich über den Mindestgeboten lagen, sagte Schröder. Dietmar Wortmann zeigte sich zuversichtlich, das dies auch bei den anderen klappt. "Spätestens wenn die ersten Bagger rollen, kommt Bewegung in die Sache", sagte er. Die ersten Kaufverträge seien notariell besiegelt, die ersten Bauanträge gestellt. Jeder Käufer erhält eine Broschüre mit Gestaltungshinweisen für die Gebäude. Spätestens im Juni, so schätzt Wortmann, werden die Bauarbeiten beginnen.

(RP)