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Moers: Wie Filder-Benden- Schüler ein Gebäude virtuell begehbar machen

Informatik-Projekt am Moerser Gymnasium : Filder Benden: Schüler machen Gebäude virtuell begehbar

Informatik-Projekt: Mithilfe von Computer-Profis haben Jugendliche das zur Sanierung stehende Hauptgebäude des Gymnasiums digital nachgebaut.

Virtuelle Realität findet immer mehr Anwendungen. Sie lässt uns zu Hause am Bildschirm Museen besuchen, durch noch nicht vorhandene Neubaugebiete wandern oder in unbekannte Wasserwelten eintauchen. Am Moerser Gymnasium in den Filder Benden hat sie jetzt dazu gedient, das zurzeit noch vorhandene, demnächst aber zur Sanierung anstehende Schulgebäude wenigstens digital in Erinnerung zu behalten.

Insgesamt zehn Oberstufenschüler des Jahrgangs Q1 und einer aus der unmittelbar darunter liegenden Klasse haben im letzten Schuljahr mit der in Moers-Kapellen beheimateten Software-Firma CAD Schroer zusammen eine ungewöhnlich professionell wirkende virtuelle Begehung ihrer Schule erarbeitet. Jetzt präsentierten sie und Informatik-Lehrer Marc Lachmann gemeinsam mit Michael Schroer und dessen für das Schulprojekt verantwortlichen Mitarbeiter Sergej Schachow das Ergebnis in der Gymnasiumsaula.

Als Marc Lachmann seinen Schülern vor anderthalb Jahren eine freiwillige Arbeitsgruppe zum Thema „virtuelle Realität“ vorschlug, hatte er nach eigenem Bekunden noch keine genaue Vorstellung, was man darin machen sollte. „Ich wusste nur, dass dieses Gebiet in immer stärkerem Maße Einzug in unsere Berufs- und Lebenswelt hält, und dass es deswegen ein Unterrichtsgegenstand sein sollte“, erklärte er. Die Idee, die demnächst zum Abriss vorgesehenen Teile des Schulgebäudes zum Inhalt zu machen, entstand dann irgendwie während der ersten Vorbesprechungen.

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„Nicht schlecht“, dachten alle, ahnten damals aber schon, dass das wahrscheinlich nicht ohne professionelle Hilfe von außen gehen würde. Die fanden sie dann Anfang Januar diesen Jahres bei CAD Schroer. Dort stellte man den beteiligten Jugendlichen nicht nur die nötige Software, sondern mit Sergej Schachow auch einen ungewöhnlich hilfsbereiten Fachmann zur Seite. „Anfangs dachten wir, das ganze Projekt sei eigentlich viel zu komplex für Schüler“, erinnerte sich Michael Schroer. „Aber das haben sie wirklich super hinbekommen“, lobte er.

„Herr Schachow hat das vorgegebene Areal damals in sechs einzelne Bearbeitungsbereiche aufgeteilt. So waren wir einschließlich mir selbst sechs Zweiergruppen“, erklärte Lehrer Lachmann. Wegen der strengen Corona-Maßnahmen habe man sich während der Bearbeitung allerdings nur mit Hilfe von Videokonferenzen unter einander kurzschließen können. Den Zusammenbau und auch die Korrekturen der einzelnen Gruppenergebnisse habe dann zum Sergej Schachow übernommen. Wie aber sollte man bei sechs so eng verbundenen Zweiergruppen, jedem einzelnen Schüler eine möglichst gerechte Leistungsnote geben? Auch hierfür wurde eine bemerkenswert gute Lösung gefunden. Mit dem während des anfänglichen Projektes erworbenem Wissen musste jeder beteiligte Schüler – diesmal alleine – zum Schluss innerhalb von vier Wochen ein ganz eigenes, kreatives Fantasie-Labyrinth entwerfen und digital umsetzen.

Im nächsten Schuljahr wird die virtuelle Erinnerung an die derzeit noch vorhandenen Bauten des Moerser Gymnasiums in den Filder Benden übrigens, so Marc Lachmann, mit einer nächsten Schülergruppe auf das zweite Schulstockwerk ausgeweitet.