Karneval in Moers „Pallmannklauen ist ein närrischer Sport“

Moers · Bei der traditionellen Prinzenparty im Haus Kampmann ging es noch einmal um das bei der Proklamation vor zwei Wochen „verschwundene“ Zepter von Manni I. Der Karnevalsprinz hielt Wort und spendierte eine Saalrunde. Wie der närrische Abend verlief.

In ihrem Element: Manni I. und Bea I. singen bei der Prinzenparty im Haus Kampmann. 
  Foto: Prümen

In ihrem Element: Manni I. und Bea I. singen bei der Prinzenparty im Haus Kampmann. Foto: Prümen

Foto: Norbert Prümen

„Mutterseelenallein stand der Pallmann auf dem Tisch“, blickte Andreas Klaffki auf die Jubiläum-Veranstaltung vor zwei Wochen zurück, als der Kulturausschuss Grafschafter Karneval seinen 66. Geburtstag im Rheinkamper Kulturzentrum feierte. „Alle hatten den Tisch verlassen. Ich saß etwas versetzt. Ich habe geguckt. Als niemand geguckt hat, habe ich die Gelegenheit genutzt. Ich bin aufgestanden und haben den Pallmann in meinen Arm gelegt. Dann habe ich mich bei den Standarten aufgestellt, um auf die Bühne zu marschieren, wie die Vertreter der anderen Vereine. Kurz darauf konnte ich beobachten, wie am Tisch alle den Pallmann gesucht haben.“

Der Präsident des Elferrats St. Marien Moers-Hochstraß erzählte diese Geschichte am Freitagabend mehrfach im Haus Kampmann, bei der Prinzenparty von Manni I. und Bea I. . Schließlich ist der „Zepterdieb“ auch Wirt dieser Gaststätte mit Saal, die an der Kreuzung von Römerstraße und Homberger Straße liegt. Manni I. hatte schon bei der Jubiläumsveranstaltung zugesagt, den Pallmann, wie der närrische Regentenstab in der Grafschaft heißt, auszulösen. Der Prinz hatte diesen Regentenstab bereits bei der Jubiläumsveranstaltung von Andreas Klaffki zurückerhalten, allerdings erst nachdem Bürgermeister Christoph Fleischhauer den Diebstahl gesehen und spontan in seine Rede eingebaut hatte – er hatte die Lacher von 450 Narren auf seiner Seite.

„Pallmannklauen ist ein närrischer Sport“, schmunzelte Manni I. bei der Prinzenpaarparty. „Ohne Sport, ohne Pallmannklauen, ist das Leben langweilig. Das Pallmannklauen sollte aber kein Sport für jede Woche sein.“ Bea I. und er sagten zu, am 11. Februar 2023 um 19.11 Uhr die Galasitzung des Elferrats St. Marien im neuen Pfarrzentrum St. Konrad zu besuchen. Manni I. versprach außerdem, dem Elferrat St. Marien zu dessen Grillabend im Frühsommer ein Fass Bier zu stiften.

„Prinzen haben höllisch aufzupassen“, nahm Andreas Klaffki dankend das Fass Bier an, um den Regentenstab auszulösen. „Ich habe noch nie einen Pallmann bei einer Proklamation oder einem Jubiläum an mich genommen.“ Allerdings war der Karnevalist bereits vor 30 Jahren als „Zepterdieb“ unterwegs gewesen. „Zweimal habe ich Wilfried I. den Pallmann geklaut“, erzählte er. „Wilfried Schönherr war 1992/1993 Prinz. Birgit I. war Prinzessin.“ 

Zwei Wochen nach der Proklamation lädt das Prinzenpaar zur Einweihung des Standquartiers ein. Da es diesmal eine zweite Session anhängt, weil die letzte nach einem kurzen Start November 2021 abgesagt wurde, ist alles anders. Das Standquartier, Haus Engeln in Asberg, wurde bereits Ende November 2021 eingeweiht. So lud das Prinzenpaar am Freitag zu einer Prinzenpaarparty ein, zu der sieben Prinzenpaare und Prinzen kamen, aus der näheren Umgebung, aber auch von weiter weg, zum Beispiel aus Hamm in Westfalen.

100 Narren im Saal waren bester Stimmung. Es spielte die unter die niederländischen Spaßkapelle „De Gresbuus aus Reuver bei Beesel südlich von Venlo. Die Tanzgarde von Rot-Weiß Rheinhausen trat auf. Und Prinzessin Bea I. und ihr Musiklehrer Thorsten König präsentierten mit Saxophon den Song „Mann im Mond“ von Franco Corleone, wie schon bei der Proklamation vor gut einem Jahr.

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