Veranstaltungsreihe in Moers Wie Demokratie noch demokratischer wird

Moers · Beziehungen zur Demokratie aufbauen und die Demokratie stärken: Das möchten die Fachstelle für Demokratie, das Laboratorium und das Schlosstheater mit einer neuen Veranstaltungsreihe erreichen. Was sie planen.

 Vertreterinnen und Vertreter der Fachstelle für Demokratie, des Laboratoriums und des Schlosstheaters Moers vor dem Alten Landratsamt.

Vertreterinnen und Vertreter der Fachstelle für Demokratie, des Laboratoriums und des Schlosstheaters Moers vor dem Alten Landratsamt.

Foto: Simon Hormes

„Macht Demokratie demokratischer!“ Dieses gemeinsame Ziel möchte die Fachstelle der Demokratie der Stadt Moers in Zusammenarbeit mit dem Schlosstheater und dem „Laboratorium“ – Zentrum, für Arbeit, Bildung und betriebliche Seelsorge der Kirchenkreise, Dinslaken, Duisburg, Moers und Wesel – durch eine Veranstaltungsreihe erreichen.

In diesen Tagen demonstrieren die Menschen überall, um ein Zeichen gegen Hetze, Hass und Rechtsextremismus zu setzen. „Die Menschen wollen die Demokratie verteidigen. Das ist richtig und gut so“, schildert Demokrat Ramadani, von der Fachstelle der Demokratie Moers. Die Veranstaltungen sollen darüber noch hinaus gehen und Anlässe dafür schaffen, die Demokratie nicht nur zu verteidigen, sondern auch zu verbessern.

Den Auftakt dafür soll die Veranstaltung „Correctiv enthüllt: Geheimplan gegen Deutschland“ machen, erklärt Ulrich Greb, Geschäftsführender Intendant des Schlosstheaters Moers. Die Veranstaltung wird am 2. März um 19.30 Uhr im großen Saal des Alten Landratsamt stattfinden. In einer szenischen Lesung wird das Ensemble des Schlosstheaters die Gesprächsprotokolle präsentieren, die das Recherchenetzwerk Correctiv bei dem Treffen hochrangiger AfD-Politiker und Politikerinnen, Rechtsextremer und finanzstarker Unternehmer aufgezeichnet hat.

Im Anschluss ist als Gast der Historiker und Schriftsteller Per Leo eingeladen. In seinem Buch „Mit Rechten reden“ plädiert er dafür, sich mit rechtspopulistischen und neurechten Positionen argumentativ auseinanderzusetzen, statt sie aus dem Diskurs auszugrenzen. Mit Peter Leo können Besucher der Veranstaltung nach der szenischen Lesung ins Gespräch gehen. Das ist auch ein Ziel der Veranstaltungsreihe: Bei den Veranstaltungen solle man miteinander, als diverse Gesellschaft, ins Gespräch kommen und produktive Diskussionen sollen stattfinden können, unterstreicht Sina Corsel, Dramaturgin des Schlosstheaters Moers.

Dies sei auch einer der Gründe, warum sich das Schlosstheater an der Veranstaltungsreihe beteilige. Das Theater sei ein Ort der Gemeinschaftsbildung mit der Aufgabe gesellschaftspolitisch brisante Themen aufzugreifen. Das sei „gute Tradition des Hauses“, bekräftigt Greb. Jedoch handle es sich bei der Veranstaltungsreihe um keine Reaktion auf die aktuelle Situation in Deutschland, die einen kurzfristigen Effekt haben soll, sondern das Projekt sei auf Nachhaltigkeit angelegt. „Denn der Weg zur Demokratiestärkung ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, erklärt Corsel. Die Veranstaltungsreihe erstreckt sich aktuell bis Anfang Juni, es gebe aber bereits Pläne für Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte.

Neben weiteren Gesprächen, beispielsweise mit der Diplom-Psychologin Marina Weisband am 19. März und der Philosophin Eva von Redecker am 11. Mai, laden die Veranstalter auch zu einer Exkursion nach Aachen und Eupen ein. Am 15. und 16. Mai wolle man einen Einblick über die dort losbasierten Bürgerräte in der Praxis, gewinnen. Aachen ist die erste deutsche Stadt, die einen „Bürger*innenrat“ eingerichtet hat. Vor Ort könne man in den Austausch mit Gesprächspartnern gehen, die aus ihrer Erfahrung über die Bürgerräte sprechen werden.

Das gesamte Programm der Veranstaltungsreihe wird noch publiziert. Abschließend erklärt Demokrat Ramadani, dass die Veranstaltungsreihe vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ gefördert werde, die Mittel liefere, um die Veranstaltungen überhaupt möglich zu machen.

(sho)
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