Moers: Wenn der Lars dem Christopher helfen muss

Kultur in Moers : Wenn der Lars dem Christopher helfen muss

Der Comedy Salon im Bollwerk geht in sein dreizehntes Jahr. Das Konzept: Drei Talente und alter Hase.

Drei junge Comedy-Talente, vorgestellt von einem „alten Hasen“. Seit inzwischen zwölf Jahren hat der Moerser Comedy Salon mit diesem Veranstaltungskonzept jetzt schon Erfolg, und es sieht so aus, als sollte das auch im dreizehnten Jahr so bleiben.

Das lässt zumindest der Besucherandrang beim ersten Comedy Salon dieses Jahres im Moerser Jugendkulturzentrum „Bollwerk“ vermuten. Gut zwei Stunden lang präsentierte dort an diesem Abend der „alte Hase“ Roberto Capitoni mit dem Deutsch-Palästinenser Amjad, dem Berliner Christopher Köhler und dem Kölner Thomas Schmidt in jeweils zwei wechselnden Reihenfolgen wieder drei junge Kollegen.

Den Anfang machte in diesem Fall nach einem kurzen, witzigen Anfangsauftritt von Gastgeber Capitoni der 1988 in Ochtrup bei Münster geborene Amjad. „Ich bin Araber“, begrüßte er die Zuschauer. „Ist sonst noch ein Araber hier im Saal?“

Dem war nicht so. „Schade. Ich hätte vielleicht mal ein paar mitbringen sollen“, bedauerte er mit einem strahlenden Lächeln. Nach dem Motto seines ersten Soloprogramms “Lachen verbreiten – Angst vermeiden“, ging es in seinem weiteren Auftritt dann jedoch weniger um Politik als um kulturelle Themen, wie zum Beispiel arabische Mütter und deutsche Weihnachtsbräuche.

Ganz anders, aber nicht weniger unterhaltend war anschließend die Show von Christian Köhler. Für seine mit viel Witz und frechen Sprüchen vorgeführten Zauberkunststücke holte er sich gezielt Hilfe aus dem Publikum.

So durfte zum Beispiel ein Zuschauer bei einem Kartentrick assistieren, was jedoch dazu führte, dass sich das verwendete Kartenspiel am Ende wie ein Konfettiregen über die ganze Bühne verteilte. So wie dieses Kunststück gelangen auch die übrigen nur selten richtig gut und sorgten damit im Saal immer wieder für spontane Lacher.

Der dritte und letzte junge Comedian an diesem Abend war dann der Kölner Thomas Schmidt. Seine Themen handelten vor allem von ihm selber.

So zum Beispiel von seiner schrecklichen Angst, im Supermarkt beim Kauf von Kondomen gesehen zu werde, weshalb er seine kleinen XXL-Helferchen lieber bei Amazon bestellt. Oder von seiner Unlust an jeder Art von sportlicher Betätigung: „Ich verstehe nicht, warum jemand ins Sportstudio geht, dort schwere Gegenstände hebt, und sie dann gleich wieder hinlegt.“

Der eigentliche Star des Abends war jedoch der deutsch-schwäbische Moderator Roberto Capitoni. Seine grenzüberschreitenden Schilderungen von italienischer Lebensart und schwäbischer Bausspar-Mentalität rundeten den Abend erst richtig ab.

Der nächste Moerser Comedy Salon findet am 10. April auch wieder um 20 Uhr im Jugendkulturzentrum „Bollwerk“, Zum Bollwerk 107 statt.

Infos unter www.comedysalon.de.

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