Moers: Weiter Ärger um Obdachlosentreff an Kapelle 

Diskussion in Moers : Weiter Ärger um Obdachlosentreff an Kapelle 

Anwohner beklagen nach wie vor Lärmbelästigungen. Der Bürgermeister verspricht: Der vom Theater genutzte Bauwagen kommt weg.

Für Bürgermeister Christoph Fleischhauer ist die Situation ein Ärgernis, aus vielerlei Hinsicht; für einige Anwohner und Bürger ist sie schon lange nicht mehr hinnehmbar. Mit dem Frühling, so scheint es, kommen nämlich auch die Probleme wieder – jedenfalls, was das Kapellchen auf dem alten Friedhof an der Rheinberger Straße betrifft.

„Wir haben die Sache nicht aus den Augen verloren, sind weiter in Gesprächen und wollen das Grundstück erwerben“, betont der Verwaltungschef. „Ich kann den Ärger der Anwohner auf der einen Seite verstehen, es gibt aber sicher auch weitaus größere Probleme, mit denen wir uns in Moers beschäftigen sollten.“

Zur Erklärung: Seit 1968 hat die Stadt Moers das Grundstück gepachtet. Rund um die Kapelle, die seither vom Schlosstheater als Bühne genutzt wird, befindet sich der älteste Friedhof der Stadt. Rund 70 zum Teil fast 500 Jahre alte Grabsteine stehen dort. Dass sich auf diesem historisch besonders wertvollen Stückchen Moers, das teils der evangelischen, teils der katholischen Kirchengemeinde gehört, regelmäßig Obdachlose aufhalten, die dort auch Alkohol und Drogen konsumieren, sorgt bei einigen Moersern für Unbehagen.

Nach Ursula Krämer, die zwar in einer anderen Ecke der Innenstadt wohnt, beim Spazierengehen aber regelmäßig an der Kapelle vorbeikommt, haben sich im vergangenen Jahr mehrere Anwohner bei der Stadt und in der Redaktion gemeldet. Im Frühjahr/Sommer 2018 gab es deshalb Gespräche zwischen der Stadt Moers und den Kirchengemeinden. „Alle sind sich einig, dass an dieser Stelle etwas geschehen muss“, sagte Pfarrer Torsten Maes damals. Heute teilt er mit: Seit dem Frühsommer habe er von der Verwaltung nichts mehr gehört und leider auch keine Besserung auf dem Gelände feststellen können.

 Auch Schlosstheater-Intendant Ulrich Greb hat unlängst Post von Anwohnern der Rheinberger Straße erhalten. Ein Mieter habe gerade mit dem Hinweis auf die Belästigungen gekündigt, heißt es darin. Und weiter: Bürgermeister Fleischhauer habe es vor einiger Zeit in einem persönlichen Gespräch mit den Randalierern zwar geschafft, dass sie sich weiter zur Mühlenstraße hin an einer Parkbank versammeln, weil sie von dort kaum zu hören sind. „Er hatte Erfolg für eine sehr angenehme Woche, dann waren sie wieder an dem Bauwagen vor der Kapelle. Unter diesem haben sie nämlich ihre Stühle stehen, die sie nicht 50 Meter weit bis zu der Bank tragen wollen.“

Der Abtransport des ohnehin wenig attraktiven, mit Graffiti verschmierten Bauwagens, sagen die Anwohner, sei aus ihrer Sicht die einzige Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Und: Wie zu beobachten sei, werde der Wagen vom Schlosstheater ohnehin äußerst selten oder so gut wie gar nicht benutzt.

„Der Bauwagen kommt weg – mittelfristig“, verspricht jetzt auch Christoph Fleischhauer. „Was genau ,mittelfristig’ bedeutet, kann ich allerdings noch nicht sagen: Das können drei, sechs oder auch zwölf Monate sein. Ansonsten sprechen wir hier über ein Bodendenkmal, das wir in Zukunft planerisch sowieso mit anpacken wollen.“ Was kurzfristige Platzverweise am Kapellchen angehe, seien der Verwaltung allerdings die Hände gebunden, betont der Bürgermeister. Denn: Grundsätzlich dürfe sich erstmal jeder überall und immer aufhalten. „In der Regel sind das ja erwachsene und freie Menschen.“

Fazit: Problem
im Blick