Moers:Weihnachtskonzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers im Marienstift-Saal.

Moers : Gute Sopranstimmen auch im Publikum

Beim Konzert des Niederrheinischen Kammerorchesters Moers glänzte unter anderem die Solo-Oboistin Lyuba Manassieva.

Zum Weihnachtskonzert hatte das Niederrheinische Kammerorchester Moers in den Kammermusiksaal der Moerser Musikschule eingeladen. Auf dem Konzertprogramm standen Werke barocker Komponisten. Eröffnet wurde das Konzert unter der Leitung von Michael Preiser mit der „Suite Nr. 3 e-Moll“ von Johann Bernhard Bach, einem Vetter zweiten Grades von Johann Sebastian Bach. Er war Stadtorganist in Eisenach und von ihm sind nur wenige Kompositionen erhalten. Seine Suite, die das Kammerorchester schwungvoll vortrug, besteht aus einer abwechslungsreichen Folge von raschen und getragenen Tanzsätzen wie „Air“, „Menuet“, „Courante“ oder „Gavotte“, denen eine festliche Ouvertüre vorangestellt ist.

Anschließend begleitete das Kammerorchester die Solo-Oboistin Lyuba Manassieva, die in Sofia/Bulgarien geboren wurde und seit 2011 an der Folkwang-Uni in Essen studiert, beim bekannten „Konzert für Oboe und Streicher d-Moll“ des italienischen Barock-Komponisten Alessandro Marcello. Johann Sebastian Bach hat das Konzert des Italieners für das Cembalo bearbeitet und dadurch für die Nachwelt erhalten. Die weit ausschweifenden Melodien im „Adagio“ meisterte Lyuba Manassieva beim Konzert im Kammermusiksaal ebenso souverän wie die schnellen Läufe im abschließenden „Presto“.

Die zweite Hälfte begann mit der kurzen „Sinfonia G-Dur“ von Johann Stamitz, einem aus Böhmen stammenden Geiger und Komponisten, der in Mannheim lebte und als Mitbegründer der „Mannheimer Schule“ am musikalischen Übergang vom Barock zur Klassik steht. Auch an seiner „Sinfonia G-Dur“ lässt sich dieser Übergang deutlich erkennen. Während das gradlinige „Allegro“ des ersten Satzes in seiner Klarheit als Vorbild für klassische Symphonien betrachtet werden kann und bereits fern an Joseph Haydn erinnert, sind die beiden folgenden Sätze noch deutlich von barocker Zierde geprägt.

Mit der Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ von Johann Sebastian Bach endete das Weihnachtskonzert. Die Koloratursopranistin Charlotte Schäfer, die ebenfalls an der Folkwang-Universität studiert hat, und der Niederländer Jonathan de Weerd, Solo-Trompeter der „Niederrheinischen Sinfoniker“, übernahmen dabei die anspruchsvollen Solo-Partien der Kantate, die nach der eingängigen Choralmelodie „Sei Lob und Preis mit Ehren“ in ein festliches „Alleluja“ mündete. Beim gemeinsamen Schlusslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“, bei dem die Musiker die singenden Besucher begleiteten, zeigte sich, dass auch im Publikum einige gute Sopranstimmen vertreten waren.      

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