Moers: Wasserspielplatz statt See-Idyll im Stadtpark?

Pläne für Moerser Freizeitpark : Wasserspielplatz statt See-Idyll?

Die Verwaltung hat ein Alternativkonzept für den Kernbereich rund um den in die Jahre gekommenen künstlichen See im Park erarbeitet.

Es soll auf jeden Fall „etwas mit Wasser“ werden – aber kein See. Die Verwaltung hat sich, wie von der Politik gewünscht, Gedanken über die Zukunft des Moerser Freizeitparks gemacht und ein Alternativkonzept für den Kernbereich rund um den schwer in die Jahre gekommenen künstlichen See erarbeitet. Letzterer verliert bekanntlich Wasser, die steilen Uferkanten reißen auf, und auch rund um den Cafeteria-Pavillon und die alten Spielflächen sieht es schon lange nicht mehr schön aus.

Ursprünglich wollte die Politik anstelle des künstlichen Sees ein neues naturnahes Gewässer anlegen. Westlich davon soll, wie berichtet, ein neuer, seit nunmehr neun Jahren geplanter Skaterpark entstehen. Die alte Cafeteria wird wohl abgerissen, Räume zum Abstellen von Mobiliar und eine Toilette bleiben aber erhalten. Statt einer dauerhaften Gastronomie könnten künftig Eiswagen, Getränkehändler, Würstchen- oder Waffelbuden die neue Terrasse am See saisonal ansteuern. „Denkbar“, sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder, „ist auch der Einsatz von Food Trucks“, also Küchen auf Rädern.

Die Grünen haben 2017 angeregt, ein Alternativkonzept ohne See zu erarbeiten. Fraktionschef Christopher Schmidtke fürchtete, dass die Pflege des Gewässers hohe Kosten verursacht. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt auch die Verwaltung – unter Abwägung aller Vor- und Nachteile, wie es heißt.

Als Ergebnis schlägt der Fachbereich von Planungsdezernent Thorsten Kamp das Weiterverfolgen eines Entwicklungskonzepts für den Freizeitpark ohne die Realisierung eines größeren Stillgewässers vor, allerdings unter Integration des Elementes Wasser in die Neuplanung.

Die Intention des Planungswettbewerbs im Freizeitpark sei es, den Spiel-, Spaß- und Erholungswert der Umgebungssituation und damit auch die Publikumsfrequenz rund um den See zu erhöhen, heißt es in der Vorlage zur Sitzung des nächsten Planungsausschusses. Die Konsequenz sei ein erhöhter Nutzungsdruck auf den See. Unter anderem sieht die Verwaltung die hochsensiblen Schilf- und Röhrichtzonen, die zur Selbstreinigung des See und zur Aufzucht von Fischen und Amphibien nötig wären, in Gefahr.

Als weiteres zu erwartendes – und in Moers bekanntes – Problem wurde auch das Füttern von Enten und Gänse mit Brotresten ausgemacht. Die Folge, heißt es, sei ein nach und nach voranschreitendes Umkippen das Wassers und ein wahrscheinliches Auftauchen von Ratten, die nach Essensresten suchen.

Und dann sind da noch die Wasservögel. „Der Niederrhein ist Gänseland“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. „Zahllose Beispiele aus Parks in der niederrheinischen Umgebung belegen, dass die Kombination aus offenen Wiesen und naturnahen Gewässerstrukturen eine Einladung für Grau- und Kanadagänse darstellen, die die Wiesen und die Ausstattungselemente besetzen und mit ihren Hinterlassenschaften dekorieren“.

Fazit: Den vorhandenen künstlichen See „naturieren“ zu wollen, bringe im Grunde keinen Gewinn für Spaß, Spiel und Erholung, sagt die Stadt. Ob damit das Ziel „ökologische Aufwertung“ erreicht werde, sei ebenfalls fraglich. „Das Thema ,Sitzen und Schauen auf eine ruhige Wasserfläche’ soll stattdessen im neu gestalteten Aufenthaltsbereich an den Kanonenstrahlern im Schlosspark – im Bereich des Durchstichs durch die Wallanlage – aufgearbeitet werden“, sagt Schröder. „Dort wird es dann auch Sitzgelegenheiten geben.“ Im zentralen Bereich des Freizeitparks soll das Element Wasser in einer anderen Form erlebbar gemacht werden. Ob und wie, entscheidet die Politik.