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Moers: Warum die Stadt eine Kita-Baustelle stillegt.

Stadt stoppt Arbeiten in Moers : Kita-Baustelle in der Innenstadt liegt auf Eis

Im Herbst sollte an der Gabelsberger Straße ein Kindergarten mit vier Gruppen starten. Wegen Verstoßes gegen die Baugenehmigung hat die Stadt einen Stopp verhängt. Das Jugendamt muss nun Ersatz für 80 Kita-Plätze schaffen.

Das ist ein herber Rückschlag für die Moerser Kindergarten-Planung: Die dringend benötigten Kita-Plätze an der Gabelsberger Straße wird es so schnell nicht geben. Die Bauarbeiten an der viergruppigen Einrichtung ruhen. Bereits im Mai hat die Stadt einen Baustopp verhängt. „Es gab Abweichungen von der Baugenehmigung. Der Baufortschritt hat nicht zu den eingereichten Unterlagen gepasst“, sagte Stadtsprecher Klaus Janczyk am Donnerstag. Es seien bisher keine neue Planungen eingereicht und keine neue Baugenehmigung beantragt worden. Worin genau der Verstoß gelegen hat, ließ Janczyk offen. Nach RP-Informationen geht es um einen an falscher Stelle gebauten Aufzug.

An der Gabelsberger Straße sollte ein Kindergarten mit vier Gruppen entstehen, und zwar im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Grafschafter Diakonie. Sie war zusammen mit der benachbarten Kirchenkreis-Verwaltung Mitte 2017 an die Mühlenstraße umgezogen. Kurz später verkaufte der Kirchenkreis seine alten Immobilien an einen Investor. Es dauerte nicht lange, und die Moerser Politik stimmte dessen Plänen zu, eine Kita zu errichten. Anfangs war der Duisburger Träger „Zaubersterne“ im Gespräch, später die Step Kids Education GmbH aus Berlin, die mit ihren „Stepke“-Kitas deutschlandweit expandiert.

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„Wir wollten an der Gabelsberger Straße im Oktober starten“, sagte Stepke-Regionalleiterin Birgit Hesselbarth. „Es gab bereits 50 Anmeldungen.“ Die Eltern seien inzwischen darüber informiert worden, dass das Projekt ausgesetzt sei. Birgit Hesselbarth bedauerte dies. Nach wie vor gebe es einen Mangel an Kita-Plätzen. „Als Träger sind wir für eine Kita an der Gabelsberger Straße weiter offen und ansprechbereit“, sagte die Regionalleiterin. „Wir hätten dort sogar fünf Gruppen unterbringen können.“ Allerdings werden die Kindergarten-Pläne nach ihren Informationen nicht so bald vollendet. Ihr sei gesagt worden, dass das ehemalige Diakonie-Gebäude an der Gabelsberger Straße möglicherweise sogar abgerissen werden müsse.

Das Jugendamt der Stadt steht nun vor der Aufgabe, für die fest eingeplanten 80 Kita-Plätze kurzfristig Ersatz zu schaffen. „Wir müssen in alle Richtungen denken“, sagte Klaus Janczyk. So werde zum Beispiel überlegt, ob und wie Räume in anderen Kitas in Gruppen Räume „umgedeutet“ werden können. Bei der Aufstockung der Plätze in anderen Kindergärten müsse allerdings der LVR als Aufsichtsbehörde für die Kita-Planung mitspielen. „Vielleicht müssen wir auch einen ganz neuen Kita-Standort suchen“, sagte Janczyk.

Ob und wann die Arbeiten an der Gabelsberger Straße wieder aufgenommen werden, steht in den Sternen. Zu dem von der Stadt verhängten Baustopp kommen Differenzen zwischen dem Investor und dem beauftragten Generalunternehmer. „Wir haben das Vertragsverhältnis Anfang Juni gekündigt“, sagte der Geschäftsführer der Baufirma am Donnerstag unserer Zeitung. Dasselbe gelte für ein Kita-Projekt an der Max-Planck-Straße im Duisburger Norden. Das Investoren-Unternehmen wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Es gebe „keine Notwendigkeit für eine Berichterstattung“, hieß es.

Obwohl das Projekt ruht, ist es anscheinend interessant für Immobilien-Investoren. Die Firma Warburg-HIH, international im Immobilien-Investment tätig, hat unserer Zeitung bestätigt, dass sie im Juni ein Portfolio von vier Kitas im Rahmen eines Fonds erworben habe. Die bisher nur auf dem Papier bestehende Moerser Kita an der Gabelsberger Straße gehört dazu.