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Moers: Warum der Kopfweidenschnitt wichtig ist.

Naturschutz in Moers : Warum der Kopfweidenschnitt wichtig ist

Die Bäume prägen die Landschaft am Niederrhein. Sie brauchen regelmäßige Pflege. Dafür sorgt eine Gruppe vom Nabu Moers / Neukirchen-Vluyn.

Herbst und Winter – für die Kopfweidengruppe des Nabu Moers/Neukirchen-Vluyn ist das eine arbeitsreiche Zeit. Im November haben die Mitglieder der Gruppe mit dem Schneiden der Kopfweiden begonnen. Die Pflege dieser Bäume geschieht nicht nur, weil es Tradition ist, weil die Kopfweiden die niederrheinische Landschaftsbild schmücken oder weil sie als Wahrzeichen im Wappen des Kreises Wesel abgebildet sind. Der regelmäßige Schnitt sei wichtig, weil die Kopfweiden wertvolle Lebensräume für viele bedrohte und selten gewordene Tiere sind.

„Viele Vögel und Insekten, auch Fledermäuse und etliches Kleingetier finden besonders in den älteren häufig hohlen Stämmen Unterschlupf und Nistgelegenheit“, sagt Werner Dankers vom Natuschutzbund. „Für viele Bienen bieten die Weidenkätzchen im Frühjahr die erste Nahrung. Auch die sogenannten Totholzhaufen, die wir aus den kleineren Ästen bilden und aufschichten, werden von vielen Tieren, zum Beispiel Igeln oder Vögeln, als Unterschlupf genutzt.“

 Die Kopfweidengruppe bei der Arbeit. Zweimal in der Woche kommt sie derzeit zusammen.
Die Kopfweidengruppe bei der Arbeit. Zweimal in der Woche kommt sie derzeit zusammen. Foto: Dankers

Die Kopfbaumgruppe trifft sich zweimal in der Woche vormittags, um diesen wertvollen Naturbestand zu erhalten. Werner Dankers: „Es ist eine schöne Arbeit an der frischen Luft, die als ehrenamtliche Tätigkeit Bewegung frei von Arbeitsdruck verspricht, mit dem guten Gefühl, etwas für die bedrohte Artenvielfalt in unserer Natur zu tun.“

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Wer die Truppe unterstützen möchte, ist willkommen. „Einige Helfer haben aus Altergründen die Gruppe verlassen, daher sind wir für jeden dankbar, der sich uns anschließen und mithelfen möchte. Man braucht dafür keine Vorkenntnisse oder besondere Fähigkeiten, die Arbeiten mit der Motorsäge werden von einigen Helfern durchgeführt, die einen speziellen Motorsägeschein haben, aber es gibt noch genug Arbeit, die nicht mehr benötigt als Freude daran und winterfeste Kleidung.“

Gerade in diesem Winter könne für manchen etwas Bewegung an der frischen Luft bei leichter Arbeit und reichlichem Abstand eine willkommene Abwechslung sein, findet Dankers. „Besonders wenn man vor kurzem oder längeren in Ruhestand versetzt wurde. Auch draußen an der frischen Luft verhalten wir uns strikt nach den Regeln der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen, wir halten die erforderlichen Abstände und sind durch Impfungen geschützt. Wir sind dankbar für jeden, der uns bei diesen Arbeiten unterstützt, auch wenn es nur kleinere oder sporadische Einsätze sind.“

Die Kopfweidengruppe arbeitet von November bis Ende Februar jeden Donnerstag und Samstag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr, ausgenommen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Viele Hauptäste der Weiden, die auch schon einmal 15 bis 20 Zentimeter Durchmesser haben und bis zu 15 Meter lang werden können, zerkleinern die Helfer zu Stücken von einem Meter Länge. Dankers: „Dieses Holz bieten wir als Brennholz an, das wirklich nachhaltig und regenerativ ist, es wächst ja immer nach und es werden auch keine Bäume dafür gefällt. Weidenholz hat zwar nicht die Dichte und den Brennwert von Buchenholz, hinterlässt aber kaum Rückstände. Da das Holz immer wieder wächst, und unsere Arbeit für die Natur von Vorteil ist, bietet sich hier eine sinnvolle Nutzung von erneuerbarer Energie an.“

Die Kopfweidengruppe kann das Holz auch bis nach Hause ausliefern. Für den Kamin muss es nur noch weiter zerkleinert werden. „Der Erlös hieraus ist als Spende zu sehen und dient als Deckung von Kosten und zur Finanzierung von Projekten des Naturschutzes. Ein Argument, das auch wieder ein gutes Gefühl vermittelt“, sagt Werner Dankers.

(RP)