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Moers, Viersen, Mönchengladbach: Band "FINE" nimmt Corona-Song auf

Projekt in der Corona-Krise : Band nimmt Song auf – gemeinsam zu Hause

„FINE“ von Niederrhein haben aus der Not der Corona-Krise eine Tugend gemacht. Entstanden ist ein besonderes Musik-Projekt, inspiriert durch das Event „OneWorld – Together at Home“.

Was macht eine Band, die, bedingt durch die Corona-Krise, weder gemeinsam proben noch vor Publikum auftreten kann? Richtig: Gemeinam proben und auftreten – nur eben ganz anders als gewohnt. Und so kam es, dass für „FINE“ aus der Not ein einzigartiges Projekt entstand. Doch der Reihen nach.

„FINE“, das ist eine Party- und Coverband vom Niederrhein. Die Mitglieder kommen aus Moers, Mönchengladbach und Viersen. In mehr als 30 Jahren haben sich die Musiker in der Region einen Namen gemacht hat. Zur aktuellen Besetzung gehören Justine Esser (Gesang), Ludolf Windeck (Gesang, Akustikgitarre, Saxophon), Sven Hansen (E-Gitarre, Gesang), Richard Kempken (Keyboards, Gesang), Robert Lünendonk (Bass, Gesang) und Klaus Rothenstein (Schlagzeug).

Mit der Ausgangsbeschränkung und der Absage von Großveranstaltungen habe sich die Band plötzlich mit einem leeren Veranstaltungskalender konfrontiert gesehen, erzählt Klaus Rothenstein. Gemeinsame Proben konnten auch nicht mehr stattfinden. Man saß also „auf dem Trockenen“.

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Gemeinsam Musik machen wollten „FINE“ aber trotzdem, und so kam Sänger Ludolf Windeck die Idee, die Quarantäne zur Aufnahme neuer Songs zu nutzen. Da man sich nicht gemeinsam im Studio treffen konnte, entwarf Bassist Robert Lünendonk eine Basis und schickte das Grundgerüst aus Rhythmus, Akkorden und Basslinie an die Kollegen. „Jeder erhielt eine Version ohne das eigene Instrument“, erklärt Rothenstein im Gespräch. Das Besondere bei diesem Entstehungsprozess sei gewesen, dass jeder „machen konnte, was er wollte“ .

Inspiriert durch das Event „OneWorld – Together at Home“ stellte Rothenstein sich die Frage: „Warum machen wir nicht so was?“, und schlug den Bandkollegen in einer Videokonferenz vor, auch ein Video zum Song „Bottoms Up! To Love! To Live!“ zu drehen. Auch dort galt: Jeder wie er mag. Statt im Probenraum wurden die Bandmitglieder zu Hause kreativ – gemütlich auf der Couch oder auf dem Laufband. Die Instrumente wurden an den unterschiedlichsten Orten gespielt. Den Spaß an der Sache sieht man den Musikern an. „Bottoms Up“ soll „eine optimistische Ode an die Liebe, Freundschaft und das Leben“ sein.

Gemischt und finalisiert wurden Video und Ton dann wieder im Studio von Robert Lünendonk. Das Ergebnis gibt es im Internet auf der Videoplattform YouTube zu sehen. Allerdings ohne Sängerin Justine, die arbeitsbedingt nicht an der Produktion teilnehmen konnte.

Alle Mitglieder spielen neben dem Hauptberuf in der Band. Vom Chirurgen über einen Ingenieur bis hin zum VHS-Dozenten sind „FINE“ ein bunte Mischung unterschiedlicher Berufsgruppen. Mit ihrer aktuellen Eigenkomposition gehen „FINE“ übrigens wieder zurück an den Anfang ihrer Band-Geschichte. Im Jahr 1991 veröffentlichten die Musiker mit „We‘re on the Run“ bereits eine eigene Single. Alte und neue Fans dürfen sich nach „Bottoms up!“ nun auf weitere Songs freuen. Geplant sei ein ganzes Album,  sagt Rothenstein.