Moers: Verdienstorden für einen Kümmerer

Ehrung in Moers : Verdienstorden für einen Kümmerer

Ivan Pejic engagiert sich seit vielen Jahren beim Arbeitslosen-Zentrum und bei der Moerser Tafel.

Ivan Pejic ist mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Moerser Schloss ausgezeichnet worden. Vielen ist er bekannt als langjähriger ehrenamtlicher Helfer beim Moerser Arbeitslosen Zentrum (MALZ), wo er die Frühstückgruppe wie den Mittagstisch betreut, Fahrten für Erwerbslose inklusive Natur- und Kulturerlebnissen organisiert. Andere kennen ihnen von der Moerser Tafel.

Doch das ist nur ein kleiner Teil seines ehrenamtlichen Engagements. „Ich darf Ihnen heute sagen, dass Menschen wie Sie es sind, die Gesellschaft zusammenhalten. Die verhindern, dass ihre Mitmenschen sich aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Armut ausgegrenzt fühlen, indem sie Unterstützung und Aufnahme erfahren“, sagte Landrat Ansgar Müller in der Feierstunde.

Er charakterisierte Ivan Pejic als einen stets hilfsbereiten Mann, der sich für Menschen in Not engagiert, unterstützt und im großen Team mitarbeitet. Für ihn stehe das Miteinander im Fokus. „Sie sind den Menschen zugewandt“, so Müller. 1963 floh Ivan Pejic während des Kalten Krieges über Slowenien und Österreich aus Titos Jugoslawien. Die Flucht verlief dramatisch, bei der er beinahe das Leben verlor, aber von einem Freund gerettet wurde. Dem wiederum rettete er wenig später das Leben. Im bayerischen Zirndorf endete die Flucht in einer Flüchtlingsunterkunft. Von dort aus zog er nach Nordrhein-Westfalen. „Die Berichte über Flucht haben sich kaum verändert. Gerade für diese Menschen sind Sie ein Vorbild. Ein Leuchtfeuer, wie Integration gelingt“, so Müller.

 Pejic lebte sich schnell ein. „Ihnen war bewusst, wie wichtig die Sprache für die Integration in eine Gesellschaft ist“, so Müller. Die deutsche Sprache beherrschte er bereits, denn als Reiseführer zeigte er vor seiner Flucht deutschen Gästen Dubrovnik. Sein Berufsleben gestaltete sich bunt. Er arbeitete unter anderem als Buchhalter, als Stahlarbeiter, als Smutje auf einem Schiff wie auch als Isolierer. Für andere da sein, sich für ihr Wohlergehen zu engagieren, sei schon früh in Jugoslawien von seiner Familie praktiziert worden. Müller: „Schon Ihre Mutter setzte sich ein, um diesen Missstand zu lindern und gab behinderten Menschen Essen“, sagte Müller. „Ihr langjähriges Engagement im sozialen Bereich und Ihr selbstloser Einsatz sind besonders anerkennenswert“, so Müller. Bürgermeister Christoph Fleischhauer ergänzte, wie wichtig das Ehrenamt für eine Stadtgesellschaft sei. Bemerkenswert sei das soziale Engagement von Pejic auch deshalb, weil er in Deutschland eine neue Heimat gefunden habe und sich selbstlos, bescheiden und helfend in den Dienst anderer gestellt habe. „Weil Sie es für die Gesellschaft tun“, so Fleischhauer über die Auszeichnung der Bundesrepublik. In seinen Dankesworten betonte Pejic, dass ehrenamtliche Hilfe eine selbstverständlich sei, die ihm Spaß mache. „Wir sind wie eine große Familie, in der jeder ein Rädchen ist. Ihr habt mir in meinem Wirken geholfen. Ihr seid meine Besten.“

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