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Moers: Unmut über Einbahnstraße vor Schule

Anwohnerbeschwerde in Moers : Unmut über Einbahnstraße vor Schule

Ein Teil des Rüttgerswegs soll für Autofahrer nur noch in einer Richtung befahrbar sein. Das soll zusammen mit „Elternhaltestellen“ die Verkehrssituation von der Adolf-Reichwein-Schule entspannen. Anwohner befürchten Umwege.

Elterntaxis sind ein Problem vor der Grundschule in Hülsdonk, wie vor fast allen Grundschulen in Moers und in ganz Nordrhein-Westfalen. Nicht selten kommt es zu gefährlichen Situationen. Deshalb beschloss der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt am 9. Juni einstimmig, die Situation vor dieser Grundschule, die insgesamt 180 Schüler hat, zu entschärfen.

Im Laufe des Jahres 2020 will die Stadt an der Parsickstraße und an der Kranichstraße sogenannte Elternhaltestellen einrichten und an diesen Punkten Zebrastreifen markieren, um Kindern das sichere Queren zu ermöglichen. Außerdem will die Stadt den Rüttgersweg, an dem die Hülsdonker Grundschule liegt, von der Parsickstraße Richtung Kranichstraße in eine Einbahnstraße für Autofahrer verwandeln. Grundlage für die Planung war eine Befragung von Eltern und eine Untersuchung der Situation durch externe Fachleute. Radfahrer sollen den Rüttgersweg weiterhin in beiden Richtungen befahren dürfen. Die Detailplanung liegt noch nicht vor.

Die neue Regelung stößt bei Anwohnern allerdings nicht nur auf Zustimmung, sondern sorgt auch für Unmut. „Einbahnstraßen verursachen Umwege“, sagt Ilse Kambartel. „Sie führen so zu mehr Luftverschmutzung.“ Die Architektin wohnt in der Schwalbenstraße. Sie sieht in Hülsdonk ein grundsätzliches Problem, das mit der neuen Schulwegsicherung nicht gelöst werde: „Die Straßen stammen aus den 50er und 60er Jahren, als es nur wenige Autos gab. Für heutige Verhältnisse sind sie zu eng, auch weil die Autos breiter und länger geworden sind. Straßen lassen sich aber nicht verbreitern. Viele Familien haben zwei und mehr Autos. Zum Teil stehen sie auf der Fahrbahn.“

Wie in anderen Wohngebieten sind Garagen in Hülsdonk oft als Abstellräume zweckentfremdet, obwohl sie baurechtlich nur zum Abstellen von Autos genutzt werden dürfen. Das Abstellen auf der Fahrbahn ist gebührenfrei, wird also von allen Grundstückseigentümern mitfinanziert, anders als in Teilen anderer Großstädte, zum Beispiel vielen Stadtteilen Düsseldorfs. „Die Stadt sollte eine Gebühr erheben, wenn kein Stellplatz für ein Auto nachgewiesen werden kann“, meint Ilse Kambartel. „Es kostet auch Geld, einen Stellplatz oder eine Garage auf einem Grundstück vorzuhalten. Der Preis sollten sich an dem Preis für die Anwohnerparkausweise in der Innenstadt orientieren.“

Außerdem schlägt sie vor, das Parken strenger zu kontrollieren. Autos würden zu nah an Kreuzungen und in Kurven abgestellt, manchmal halbseitig auf Bürgersteigen geparkt. „Für Kinder ist es zu eng.“

„Das vorrangige Ziel ist die Verbesserung der Sicherheit der Schulkinder“, sagt Klaus Janczyk als Pressesprecher der Stadt. „Wir sind überzeugt, dass dies durch die Maßnahmen erfüllt wird. Ob durch die kommende Einbahnstraßenregelung Umwege gefahren werden, bleibt zu beobachten. Je nach Anfahrt ist dies aber nicht zwingend gegeben. Wir behalten die Entwicklung im Auge.“

Bei den Park- und Verkehrsregeln sei die Stadt in ganz Moers aktiv, um den ruhenden Verkehr zu überprüfen. „Wenn Verstöße ausgemacht werden, werden diese entsprechend geahndet“, sagt der Pressesprecher.