Moers: Straßenbeleuchtung braucht dicke Finanzspritze

Beleuchtungsanlagen in Moers sind oft defekt: Straßenbeleuchtung braucht dicke Finanzspritze

Statt einzelne Defekte zu flicken, würde die Enni lieber eine Modernisierung der Straßenlaternen angehen. 2,9 Millionen Euro wären dafür nötig.

Die Straßenbeleuchtung in Moers muss dringend erneuert werden. „Wir haben definitiv Handlungsbedarf“, sagt Enni-Vorstand Lutz Hormes. „Die Technik funktioniert zwar, aber wir wissen nicht, ob das künftig auch so ist.“ Verteilerkästen, Kabel-Netz, Laternenmasten sind in die Jahre gekommen. In vielen der 9600 Moerser Laternen leuchten zudem noch veraltete, stromfressende Natriumdampf-Lampen oder Leuchtstoffröhren. 2,9 Millionen Euro sind laut Enni nötig, um die Straßenbeleuchtung der Stadt innerhalb der nächsten vier Jahre zu modernisieren.

Wie viele Laternen im Stadtgebiet aufgrund von Defekten dunkel bleiben, kann Hormes nicht genau beziffern. „Der Anteil ist aber verschwindend gering.“ Das empfinden manche Moerser anders. „Wenn man durch die Stadt fährt, sind vor allem Leuchtstoffröhren reihenweise kaputt“, beklagt der Moerser Hans-Jürgen Bachmann. Er wohnt im äußersten Osten von Scherpenberg, kurz vor der Grenze zu Homberg. Eine Laterne neben seinem Haus sei seit Anfang Oktober defekt, rund um das Wohngebiet Moosweg/ Kleestraße gebe es mindestens zwei weitere Ausfälle. Wenn er abends mit seinem Hund raus geht, ist dem pensionierten Lehrer nicht wohl zumute. „Das ist eine einsame Gegend hier“ sagt er. In einem Haus, vor dem ebenfalls eine defekte Laterne steht, habe es einen Einbruch gegeben. Er habe die Enni umgehend informiert und dort mehrfach nachgehakt, sagt Bachmann. Der letzte Kontakt liege über vier Wochen zurück. Passiert sei nichts. „Ich fühle mich vera...“, sagt der Moerser.

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Lutz Hormes bittet um Verständnis und Geduld. Fällt zum Beispiel aufgrund eines Kurzschlusses im Kabelnetz die Beleuchtung eines ganzen Straßenzugs aus, so beauftrage die Enni eine Elektro-Firma sofort mit der Reparatur – die sich allerdings hinziehen kann, wenn der Fehler schwer zu lokalisieren ist. Es fehle an Kartenmaterial, das den exakten Verlauf der Kabel angibt; ein Versäumnis früherer Zeiten. Bei punktuellen Laternen-Ausfällen dauert es grundsätzlich länger mit der Reparatur. Aus wirtschaftlichen Gründen „sammelt“ die Enni erst gemeldete Schadensfälle, bevor die Fachfirma beauftragt wird.

Statt mal hier mal da an Altersproblemen der Straßenbeleuchtung zu werkeln, würde die Enni lieber die grundlegende Sanierung angehen. „Dazu müssen wir aber mit dem notwendigen Geld ausgestattet werden“, sagt Hormes. Die Enni hat die Straßenbeleuchtung im Jahr 2015 von der Stadt übernommen. Sie erhält dafür pro Jahr rund eine Million Euro Entgelt. Der größte Teil davon geht für die Stromkosten drauf, 250.000 Euro für die Instandhaltung und Wartung der Laternen, ebenfalls 250.000 bleiben für die Erneuerung übrig. Das „2,9-Millionen-Euro-Programm“ funktioniere daher nur, wenn weiteres Geld an die Enni fließe. Anders als bei der Sanierung von Kanälen lasse sich die Erneuerung der Straßenbeleuchtung nicht über Gebühren refinanzieren, sagt Lutz Hormes. Allerdings sparen zeitgemäße Straßenlaternen Strom- und Wartungskosten. So konnte die Enni durch zunehmenden Einsatz moderner LED-Leuchten in Straßenlaternen den Stromverbrauch von 320.000 Kilowattstunden im Jahr 2014 auf 187.000 Kilowattstunden im Jahr 2017 senken.