Moers: SPD will Enni-Eventhalle erhalten

Kultur in Moers : SPD will Enni-Eventhalle erhalten

Für die CDU haben andere Investitionen Vorrang. Anfang des Jahres will sich die Politik mit dem Thema befassen. 

Abreißen oder investieren? Das ist die Frage. Und: Wenn investieren, dann wie viel? Fest steht: Die Diskussion um die Zukunft der Enni-Eventhalle ist wieder entbrannt. Für Atilla Cikoglu steht das Thema zum Jahresbeginn 2019 jedenfalls ganz oben auf der Tagesordnung. Die CDU-Fraktion spreche bereits von einem neuen Millionengrab für Moers, plädiere für Abriss und bringe die Aula im Neubau des Mercator Berufskollegs als Ausweichstandort ins Spiel, sagt der neue SPD-Fraktionschef. Aus seiner Sicht sei das aber keine Alternative: „Das offene Foyer des neuen Berufskollegs bietet bei Veranstaltungen bis zu 300 Besuchern Platz. In der angrenzenden Turnhalle wäre noch einmal Raum für circa 300 Menschen.“ Auf keinen Fall sei das eine Lösung für das Comedy Art Festival, das Neujahrskonzert oder das Jazz Festival, betont Cikoglu.

Ingo Brohl sieht das anders. „Zum einen bietet der Berufskolleg-Campus mehr Platz“, sagt der CDU-Fraktionschef. „Zum anderen haben für uns die Kernaufgaben der Enni und die in diesem Zusammenhang anstehenden Investitionen Vorrang. Kanäle, Straßenbeleuchtung, Friedhofskonzept, Betriebshof und Verwaltungsgebäude – das sind Aufgaben, die in den nächsten fünf bis zehn Jahren anstehen.“ Dafür, sagt Brohl, brauche es einen Investitionsplan. „Ich bin gespannt, wie die Eventhalle da noch rein passen soll.“

Wie berichtet, hat die Enni das Gebäude von einem Architekturbüro begutachten lassen. Ergebnis: Ein langfristiger Betrieb der Halle ist nur unter erheblichem finanziellen Aufwand möglich. Allein die mittelfristig anfallende Sanierung des Daches soll mehr als eine halbe Million Euro kosten. Insgesamt summieren sich die von den Architekten geratenen Maßnahmen auf gut 1,2 Millionen Euro – wobei die Gutachter zwischen dringlichen Maßnahmen (Beispiel: Sanierung der Ostfassade), mittelfristig notwendigen (Dach) und Maßnahmen mit geringer Priorität (Beispiel: Neugestaltung Eingangsbereich Foyer) unterscheiden.

Auf dieser Grundlage hat die Enni dem Verwaltungsrat Ende Oktober zwei Varianten zur Abstimmung vorgelegt. Nach der einen soll die Halle so ertüchtigt werden, dass sie noch bis 2040 betrieben werden kann (Kostenpunkt: 1,4 Millionen Euro), nach der anderen soll nur noch das unbedingt Notwendige investiert werden, nämlich 359.000 Euro – mit dem Ziel, die Halle nur noch bis 2022 zu betreiben. Im Betriebsmodell bis 2040 summiert sich das Ergebnis auf minus 8,97 Millionen Euro, im Modell bis 2022 auf minus 1,68 Millionen. Die Diskussion soll im kommenden Jahr im Stadtrat geführt werden. Die Position der SPD geht offenbar in Richtung Erhalt.

„Die Eventhalle hat sich mit rund 50 Veranstaltungen im Jahr mit circa 50.000 Besuchern gut entwickelt“, sagt  Cikoglu. „Dieses Angebot für die unterschiedlichsten Alters- und Zielgruppen und die weitere Entwicklung der Eventhalle müssen natürlich mit den Investitionskosten abgewogen werden. Hierzu wollen wir uns in der Fraktion rasch eine Meinung bilden. Wünschenswert wäre es, trotz unterschiedlicher parteipolitischer Ziele zu einer fraktionsübergreifenden Haltung zur Zukunft der Eventhalle zu kommen und diese mit der Bürgerschaft zu diskutieren.“

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