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Moers: SPD-Chef fordert Neufstellung des Stadtmarketings.

Diskussion in Moers : SPD-Chef fordert Neufstellung des  Stadtmarketings

Frank Lehmann war zu Gast beim Initiativkreis Moers. Dabei gab es Übereinstimmungen bei vielen Themen.

Frank Lehmann, seit fast genau einem Jahr Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Moers, hat den Gesamtvorstand des Initiativkreises besucht. Dessen Vorsitzender Guido Lohmann hatte Lehmann als ersten Gast zur neu konzipierten Aktionsreihe „Initiativkreis im Dialog“ eingeladen. Lehmann gewährte Einblicke in seine bisherige berufliche Vita und erläuterte seine Beweggründe, wie er zur Sozialdemokratie und auch in sein Amt als Parteivorsitzender in Moers gekommen ist.

„Jedes Wahlamt ist untrennbar mit persönlicher Verantwortung verbunden“, sagte Lehmann, der die Vorstandsmitglieder des Initiativkreises eindrucksvoll überzeugte, dass er sich dieser mit seinem Ehrenamt verbundenen Verantwortung im Sinne der Stadt Moers und der hier lebenden Menschen nachdrücklich bewusst sei.

 In dem anschließenden fast zweistündigen Dialog wurden unter anderem die Folgewirkungen des russischen Angriffskrieges für Europa, Deutschland und Moers intensiv diskutiert. Lehmann, beruflich schon viele Jahre beim Ruhrgas-Nachfolger Open Grid Europe beschäftigt, legte dar, dass Deutschland momentan nicht nur energiepolitisch, sondern auch gesellschafts- und sozialpolitisch einiges abverlangt werde. Deutschland ist und bleibe ein Energieimportland. Das Nachholen der politischen Versäumnisse der letzten Jahre beim konsequenten Aufbau regenerativer Energien sowie die dringend notwendige Kompensation fehlender Erdgasmengenstünden jetzt im Vordergrund. Wasserstoff werde hierbei zukünftig noch eine besonders wichtige Rolle spielen.

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Nicht nur für den anstehenden Winter befürchtet Lehmann in Übereinstimmung mit dem Initiativkreis „erhebliche Belastungen“ für die heimische Wirtschaft und die Menschen vor Ort. „Die Explosion der Energiepreise könne in Kombination mit den Lieferengpässen, steigenden Lebensmittel- und Rohstoffpreisen, einer inflationsgetriebenen Konsumflaute und dem sich mehr und mehr abzeichnenden Arbeitskräftemangel auch gut aufgestellte Betriebe schon bald in existentielle Gefahr bringen“, teilten Kreishandwerkschef Günter Bode und Lohmann die Einschätzungen Lehmanns.

Unsicherheiten, Rat- und Hilfslosigkeit sowie die Frage der Perspektiven seien leider aktuelle Wegbegleiter. Zusammenhalt und Solidarität sowie soziale Gerechtigkeit würden von vielen leicht ausgesprochen, seien aber sehr wichtige Grundvoraussetzungen, die es in die Tat umzusetzen gelte. Frank Lehmann sieht nach Corona durch die Kriegsfolgen erhebliche Zusatzbelastungen auf die Bürger mit geringen oder mittleren Einkommen zukommen. Deshalb seien jetzt schnelle und politisch kluge Entscheidungen von Nöten.

Übereinstimmung mit dem Initiativkreis gab es bei weiteren Punkten, so auch in Bezug auf die Moers Marketing. Lehmann zeigte viel Verständnis für die Positionierung des Initiativkreises, den Weggang von Moers Marketing-Chef Michael Birr zu nutzen, die „längst überfällige grundlegende Neuaufstellung“ der Gesellschaft nun anzugehen. Ein einfaches Weiterso dürfe es in keinem Fall geben. Lehmann und der Initiativkreis mahnen dabei ebenso Tempo an wie bei der Nachfolgebesetzung für Birr, die alle gerne erneut mit einem ausgewiesenen Stadtmarkerting-Experten besetzt sehen möchten.

„Der Gesamtvorstand dankt Frank Lehmann für das informative und offene Gespräch“ fasste Guido Lohmann den Abend positiv zusammen. Lehmann habe durch seine Wirtschaftskompetenz, seine Offenheit und sein starkes soziales Bewusstsein überzeugt.

(rp)