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Moers soll ein „sicherer Hafen“ für Flüchtlinge sein

Diskussionen am Niederrhein : Moers soll ein „sicherer Hafen“ für Flüchtlinge sein

Gruppe „Seebrücke“ und Bündnis für Moers möchten, dass die Stadt Flüchtlinge aufnimmt, die aus Seenot gerettet wurden.

Nägel mit Köpfen macht jetzt die Moerser „Seebrücke“, die als Initiative aus dem Awo-Kreisverbandes und dem Flüchtlingsrat Moers im letzten Jahr aus der Taufe gehoben wurde. Bereits bei einer Demo der Duisburger Seebrücke machten die Moerser in der Öffentlichkeit auf die katastrophalen Zustände der Seenotrettung von Geflüchteten im Mittelmeer aufmerksam und setzten Zeichen gegen eine Abschottungspolitik. Ende Oktober schloss sich die Moerser Initiative der internationalen Bewegung „Seebrücke schafft sichere Häfen“ an. Ziel ist, vor Ort weiterhin die Willkommenskultur zu pflegen und die Stadt zum „sicheren Hafen“ zu erklären, in den Gerettete der Mittelmeerroute aufgenommen werden.

Weitere Aktionen in der Öffentlichkeit folgten, so Anfang Februar, als die Moerser Seebrücke einen Lichtermarsch durch die Stadt organisierte. Aktuell zählt die Moerser Seebrücke mehr als 700 Unterstützende, die nun mit einer Petition die Verwaltungsspitze auffordern wollen, Moers im Verbund mit anderen NRW-Kommunen zu einem „sicheren Hafen“ zu machen. Der Bürgerantrag steht auf der Tagesordnung des Sozialausschusses am 26. März. Parallel dazu hat das Bündnis für Moers ebenfalls einen Antrag vorbereitet. Darin macht sich das Bündnis dafür stark, Mittelmeerflüchtlinge aus der Seenotrettung in Moers aufzunehmen.

An der Aktion nehmen landesweit Städte wie Köln, Düsseldorf und Bonn teil, um nach Unterbringungsmöglichkeiten zu suchen. Damit alle gemeinsam an einem Strang ziehen, hat die Moerser Seebrücke mit den Bündnis-Parteien SPD, Grafschafter und Grüne Kontakt aufgenommen. Zwei Anträge zu einem Thema, das gehe nicht. „Wir sind in gutem Austausch“, sagen dazu Olga Weinknecht von der Awo und Claudia Landers vom Flüchtlingsrat. Bei ihrer jüngsten Sitzung hat die Seebrücke-Gruppe sich auch darauf verständigt, wem ihre Spendengelder zukommen sollen: Derzeit sei nur das Schiff „Sea Eye“ in der Seenotrettung aktiv, andere lägen an der Kette oder würden überholt. Und Mitglieder der Hilfsorganisation „Juventa – Jugend rettet“ warteten auf ihren Gerichtstermin.

Das nächste Treffen der Moerser „Seebrücke“ findet statt am Donnerstag, 4. April, 18 Uhr, im Awo-Stoffwechsel, Hopfenstraße 10-12.