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Moers: Seewerk in Kapellen  rettet Kafkas Prozess

Theater in Moers : Seewerk in Kapellen rettet Kafkas Process

Das Schlosstheater fand am Silbersee einen neuen Spielort für die Wiederaufnahme der Inszenierung. Seewerk und Theater verbindet eine langjährige künstlerische Partnerschaft.

Neun Mal hat das Ensemble des Schlosstheaters Ulrich Grebs Inszenierung von Kafkas „Process“ im leerstehenden Ladenlokal der Fashion-Boutique im Moerser Wallzentrum gespielt. „Zehn Aufführungen mussten wir absagen, weil die Lüftungssituation in den Räumen gerade in Anbetracht der Corona-Pandemie schwierig war“, berichtete der Intendant am Mittwoch in einem Pressegespräch. Das Theater begab sich auf die Suche nach einer neuen Räumlichkeit und wurde am Seewerk am Silbersee in Kapellen fündig. In einem Lagerraum der ehemaligen Dujardin-Fabrik lässt sich das von Birgit Angele als Papierlandschaft kreierte Raumkonzept fast eins zu eins umsetzen.

„Das Bühnenbild steht so im Fokus der Inszenierung, dass wir das Stück in Räumen mit einer anderen Größenordnung hätten neu inszenieren müssen. Hier passt es ideal hinein“, betont der Intendant und fügt froh hinzu: „Das Seewerk hat den Process gerettet.“ Der Wiederaufnahme des Theaterstücks von Kafkas unvollendeten und posthum erschienenen Romans am Sonntag, 7. November, steht nichts mehr im Wege. Dass der neue Aufführungsort außerhalb der Stadtmitte hinderlich sein könnte, widerlege bereits jetzt der Vorverkauf, betont Ulrich Greb. Die erste Vorstellung sei bereits ausverkauft. Das Moerser Schlosstheater verbinde mit dem Seewerk seit langem eine künstlerische Partnerschaft. Das Ensemble bot 2009 auf dem jährlichen Kunstevent der Kuratoren und Kunstförderer Angelika Petri und Frank Merks erstmals eine theatrale Kostprobe aus seiner Inszenierung „Hotel Europa“. „Als wir angefragt haben, ob es am Seewerk einen Raum gibt, den wir nutzen könnten, kam ein ,Ja, haben wir’ als Antwort. Wir freuen uns über diese großartige Gastfreundschaft“, betont Greb. „Wir haben es uns immer gewünscht, dass das Schlosstheater noch mal bei uns gastiert. Das wird jetzt wahr“, freut sich Angelika Petri als Hausherrin am Silbersee.

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„Die Arbeit des Theaters hat uns damals sehr beeindruckt.“ Vorerst sind sechs Vorstellungen von Kafkas „Process“ in dem leerstehenden Lagerraum/Atelier geplant. „Wir spielen bis in den Januar hinein. Gegebenenfalls ist auch eine Verlängerung möglich“, sagt Greb. Auch am neuen Ort gelten die 3G-Regeln. 40 Zuschauer finden am Aufführungsort Platz. Das Publikum sitzt L-förmig direkt vor dem Bühnengeschehen. Kafkas „Process“ erzählt, wie Protagonist Josef K. am Morgen seines 30. Geburtstages aus dem Bett heraus verhaftet wird, ohne sich seiner Schuld bewusst zu sein. Für die Inszenierung arbeitete das Theater mit Puppenspieler Joost van den Branden aus Belgien zusammen. Die Schauspieler bewegen Objekte, die aus der Papierlandschaft auftauchen. „Der Berg ist wie ein lebender Organismus“, sagt Greb.

Aufführungen sind am 7., 14., 26. und 27. November. Mehr unter www.schlosstheater-moers.de