Moerser Schüler überzeugen bei Wettbewerb Mobile Spielecke für das Wartezimmer

Moers · Mit dem Projekt „My-Little-Friend” hat die Informatik-AG des Gymnasiums Filder Benden beim DigiYou-Wettbewerb gewonnen. Warum der rollende Roboter als kindgerechte Lösung im Gesundheitsbereich die Jury überzeugte.

 Erik Thiemel (von links), David Wieder, Emanuel Barner und Flora Werner mit ihrem Roboter.

Erik Thiemel (von links), David Wieder, Emanuel Barner und Flora Werner mit ihrem Roboter.

Foto: Norbert Prümen

So strahlt das Siegerteam, das den begehrten Preis der NRW-Bank nach Moers geholt hat. Die Schülerinnen und Schüler der stufenübergreifenden Informatik-AG des Gymnasiums Filder Benden hat die Jury des diesjährigen DigiYou-Wettbewerbs überzeugt.

Zur Präsentation in Düsseldorf nahmen sie ihren kleinen Freunden „Robot“ mit, um den sich der Wettbewerbsbeitrag drehte. Rund vier Monate setzte das Team seine Idee um, die Zeit im Wartezimmer von Arztpraxen und Krankenhäusern für Kinder zu verkürzen und ihnen mit Spiel und Spaß auch ein bisschen die Angst zu nehmen. Gerade der letzte Winter mit einer Welle von Infekten bei kleineren Kindern füllte die Wartezimmer und versetzte betroffene Eltern in große Sorgen. Das Motto der freiwilligen AG lautete daher: „Lachen und Spielen, bis der Arzt kommt“.

Dabei handelt es sich um einen rund 1,30 Meter hohen Roboter mit freundlichem Gesicht, der sich auf Rädern von Patient zu Patient bewegen kann und Spielestationen anbietet. Schon die Optik von Freund Robot ist ein Hingucker. Zu der Spieleauswahl gehört beispielsweise ein Magnetpuzzle und eine Magnetmurmelbahn. Über ein Display können multimediale Inhalte, wie Videos oder Hörbücher, wiedergegeben werden. Aber auch ganz einfach mit Kreide kann auf einer Tafel gemalt werden, so dass der Reiz in digitalen wie analogen Spielflächen liegt. Ideen, die die Schuljugend selber konzipierte und designt hat, wie Flora (13) bei der Magnetmurmelbahn demonstriert. Auch der Lerneffekt ist einkalkuliert, denn es geht bei dem Spiel um Wissenswertes zum menschlichen Verdauungssystem.

Für den Achtklässler Erik war die Umsetzung am PC spannend, während David (15) die praktische wie handwerkliche Umsetzung faszinierte. Zehntklässler Emanuel brachte die Idee in die AG mit. Gemeinsam entschieden sie sich für eine Teilnahme und tüftelten, was das Zeug hielt. Aus dem Modell wurde dank Profiunterstützung wie CAD-Software und 3D-Drucker und viel handwerklichem Geschick ein Prototyp, der erst wenige Tage vor Wettbewerbsbeginn im schulischen IT-Labor zusammengesetzt wurde. Herzstück von My-Little-Friend ist die „Base“, ein Fahrwerk mit Kontrollzentrale. Motoren, Mikroprozessoren und die Batterie sind dort verbaut, so dass alle Richtungen angesteuert werden können.

„Mir hat besonders die klare Arbeitseinteilung der Gruppe gefallen. Jeder hat sich mit seinen Talenten eingebracht. Das Team hat überwiegend digital gearbeitet, so dass auch der Schüler Bram vom Klever Konrad-Adenauer-Gymnasium an dem Projekt teilnehmen konnte“, sagt Marc Lachmann, Bildungs-IT am Gymnasium. Flora hat beispielsweise auch den Flyer entwickelt, der die mobile Spieleecke sowie Sinn und Zweck erläutert. So kann der autonom rollende Freund Robot wesentlich zur freundlichen Atmosphäre im Wartezimmer beitragen und dabei auch Pflegepersonen und Eltern entlasten. „Dieser soziale Aspekt hat die Jury gleichermaßen überzeugt und gab mit den Ausschlag. Die AG hat nicht auf Technik um ihrer selbst Willen gesetzt. My-Little-Friend Robot dient dem Menschen und bewegt sich auf Augenhöhe“, ergänzt Lachmann.

Für Gudrun Kannacher, stellvertretende Schulleiterin, ist der gewonnene Wettbewerb ein riesiger Erfolg. Nicht nur wegen der Prämie. „Wir sind total stolz und finden das Projekt hervorragend, weil es eben auch eindrucksvoll zeigt, dass Digitalisierung an unserer Schule stattfindet und klappt.“ Dass man die wandelnde Spieleecke immer weiter optimieren kann, ist dem Team nach den diversen Probedurchgängen im Vorfeld bewusst. Kreative Problemlösungen bleiben gefragt. „Aber das Projekt ist abgeschlossen. Die AG hat einen Prototypen gebaut, der es tatsächlich irgendwann in die Wartezimmer schaffen kann. Die Idee ist ja da“, so Lachmann.

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