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Moers: Rote Kreisverkehre sollen Raser stoppen

Kampf gegen Raser : Darum wurden in Moers drei Kreisverkehre rot gefärbt

In Moers wurden drei Kreisel im Straßenverkehr mit rotem Plastik überzogen. Die Signalfarbe sowie kleine Schwellen am Rand sollen Autofahrer zum Abbremsen zwingen. Die Maßnahme war lange überfällig.

Dass Autofahrer in Moers neuerdings gelegentlich Rot sehen, ist – so gewollt. Mit Verspätung hat der städtische Bau- und Energieversorger Enni die von der Politik beschlossenen Nachbesserungen an den drei Mini-Kreisverkehren im Verlauf der Essenberger Straße umgesetzt. Der Ausschuss für Stadtplanung hatte diese im Januar 2018 beschlossen. Polizei und Stadtverwaltung sahen dringenden Handlungsbedarf, weil sich an den drei Knotenpunkten die Unfälle häuften. Besonders häufig krachte es an dem Kreisverkehr in Höhe der Heinrichstraße.

Die Mini-Kreisverkehre seien als solche für Autofahrer schlecht erkennbar, hieß es seinerzeit. Die Mittelinseln seien so klein, dass eine Fahrt fast geradeaus und ohne abzubremsen möglich ist. Beschlossen wurde deshalb, die Mittelkreise der Kreisverkehre in Höhe Am Geldermannshof und Bergstraße durch farbliche Markierungen um einen Meter zu verbreitern und vier kleine Bodenschwellen anzubringen, so dass die Durchfahrt optisch enger wird und Autofahrer – so sie ihr Fahrzeug heil über die Hindernisse bringen wollen – ihr Tempo drosseln müssen.

 Die Kreisverkehre in Höhe Am Geldermannshof und Bergstraße (l.) sind jetzt auch mit Drempeln versehen. Am Kreisel Heinrichstraße (r.) wird noch ein Rundbordstein gebaut.
Die Kreisverkehre in Höhe Am Geldermannshof und Bergstraße (l.) sind jetzt auch mit Drempeln versehen. Am Kreisel Heinrichstraße (r.) wird noch ein Rundbordstein gebaut. Foto: Julia Hagenacker
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Die Mittelinsel im Kreisverkehr Heinrichstraße soll außerdem mithilfe eines vier Zentimeter hohen Rundbordsteins um ebenfalls einen Meter Durchmesser vergrößert werden. Unter anderem unter Nutzern des sozialen Netzwerks Facebook wird diskutiert, ob das Maßnahmenpaket ausreicht, um Autofahrer auf den richtigen Weg zu lotsen. CDU-Fraktionschef Ingo Brohl ist diesbezüglich skeptisch.

Er selbst sei an einer Kreuzung an der Essenberger Straße aufgewachsen, seine Eltern lebten noch heute dort, sagt er. „Der Umbau ist nicht geglückt. Die Kreisverkehrsplanung war an diesen Stellen fehlerhaft, die Kreuzungen gaben nie eine ausreichende Dimension für Kreisverkehre einer Hauptverkehrsader mit Linienbusverkehr her.“ Jetzt sei teuer nachgebessert worden. Die CDU habe bereits vorher Zweifel gehabt, und die blieben auch nach den Malerarbeiten bestehen.

 Der Kreisverkehr Essenberger Straße ist jetzt rot.
Der Kreisverkehr Essenberger Straße ist jetzt rot. Foto: Julia Hagenacker

Enni-Sprecher Herbert Hornung hingegen klingt optimistischer: „Die rote Markierung soll Aufmerksamkeit schaffen“, sagt er. Das scheine gelungen zu sein. Und die Drempel in Höhe Am Geldermannshof und Bergstraße wurden erst am vergangenen Montag montiert. Die Verwaltung wird die Unfallsituation dort jetzt ein halbes Jahr lang beobachten und dem Ausschuss anschließend berichten.“

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