1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Reise durchs Dickicht des deutschen Waldes am Schlosstheater.

Schlosstheater Moers : Eine Reise durchs Dickicht des deutschen Waldes

Eine szenische Lesung des Schlosstheaters greift unterschiedliche Aspekte des Themas „Wald“ auf.

Pünktlich zum Nationalen Waldgipfel mit Ministerin Julia Klöckner lud das Schlosstheater Moers ins Studio zum Gespräch über Bäume ein. Einfach so, mit manch ungewöhnlichen Mitteln. Um die überschaubare Gruppe an Zuschauern einzustimmen, gab es unter anderem Videobeiträge, Ahoi-Brause, Geschmacksrichtung Waldmeister, wie auch Waldduft, Duftnote Latschenkiefer. Zum Schluss klatschten Farbbeutel an die Wand.

In der szenischen Lesung mit Viola Köster, Patrick Dollas und Roman Mucha dreht sich alles um das deutsche Wurzelgeflecht mit grüner Blätterkrone, um Natur pur, Schlachten, Politik und die Verdrängung der Weltesche aus ihrem grünen Paradies, „weil jeder nach seinem eigenen Reich trachtete“, so die Ausgangslage.

So gesehen hat der Wald eine stattliche Karriere hingelegt, gilt er doch heute als Erholungsort, lädt zum Waldbaden und beschäftigt Naturpädagogen, inspiriert Romantiker, wie in Textcollage der Lesung zu erleben war. Zugleich steht der Wald für Themen wie Rückkehr des Wolfes, Widerstand, Klimakrise und -wandel, Schwächung von Bäumen durch Hitzesommer, Dürre mit beginnender Versteppung. Vorbei ist es mit dem kühlen Eichengrund, der in Liedern besungen wird oder den deutschen Eichen, die Friedrich Hölderlin zu mythischen Wesen erhebt. Wald wird in der szenischen Lesung zu einem Phänomen, um das sich „Naturschützer“ in unterschiedlicher Weise und wechselnden Absichten heute wie früher kümmern. 1936 unterstellte „Goldfasan“ und Reichsinnenminister Göring den Wald dem Reichsforstamt, propagierte ihn als germanisch-deutsche Kulturlandschaft. Jahrzehnte später sind es die Grünen/Bündnis 90, die sich für den Schutz des Waldes engagieren. Klimaaktivistin Greta Thunberg prangert heute die Zerstörung der natürlichen Welt an.

  • Auf dem derzeit noch als Ackerfläche
    Mehr Bäume für Dormagen : Bürger können eigenen Wald aufforsten
  • Der Bauwagen begrenzt das „Waldzimmer“ des
    Negativtrend : Ärger über mutwillige Zerstörung im Wald
  • Die Wirksamkeit gibt an, wie gut
    Innerhalb von 15 Minuten : Schnelltest aus Moers weist wirksame Covid-Impfung nach

Die Lesung „Oh, du deutscher Wald“ wirft Schlaglichter ins deutsche Dickicht. Fazit: Der Wald braucht den Menschen nicht. Verlässt er die Millionenstadt New York, holt sich die Natur ihr Areal konsequent zurück.

Am Samstag, 5. Juni, und am Freitag, 25. Juni, 19.30 Uhr, können Zuschauer mit Corona-Test nochmals die Schicksalhaftigkeit des deutschen Waldes über Jahrhunderte im Studio miterleben.