Moers: Regisseurin Catharina Fillers setzt für das Schlosstheater „Elisa und die Schwäne“ in Szene.

Kultur in Moers: „Kinder sind Fantasie-Weltmeister“

Regisseurin Catharina Fillers setzt für das Schlosstheater „Elisa und die Schwäne“ in Szene.

Das Moerser Schlosstheater kannte sie schon lange, und dessen Arbeiten haben ihr „immer sehr gut gefallen“. Seit fünf Wochen ist sie dort nun Teil der Mannschaft. Die Rede ist von Regisseurin Catharina Fillers, deren Schlosstheaterstück für Kinder ab fünf Jahren „Elisa und die Schwäne“ am 18. November um 15 Uhr im Katholischen Jugendheim Moers-Meerbeck Premiere feiert.

„Ich weiß auch nicht warum, aber ich wollte schon mit vier Jahren ans Theater“, erzählt sie. Später, als Gymnasiastin in ihrer Geburtsstadt Karlsruhe, habe sie dann auch noch an Jura gedacht, aber das Theater habe schließlich gewonnen. Eine Entscheidung, die die heute 48-Jährige noch zu keinem Zeitpunkt ihrer beruflichen Laufbahn bereut hat. Die begann nach dem Abitur mit einem Studium an der Theaterakademie Ulm. Wie viele andere dort, wollte auch Catharina Fillers zunächst Schauspielerin werden, erkannte aber bald, dass ihr die Regiearbeit viel mehr Spaß machte. „Ich hatte gerne die Übersicht über das Ganze und so entschied ich mich, Regisseurin zu werden“, erklärt sie. „Man macht sich als junger Mensch meist gar kein Bild von der Regiearbeit, die mit einem Stück verbunden ist. Das ging auch mir damals so, obwohl ich vorher schon oft in Schultheaterstücken aufgetreten bin.“

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Erste berufliche Erfahrung nach dem Studium sammelte sie am Dresdener Theater, wo sie drei Jahre blieb und sowohl an der Inszenierung von Kinder- als auch klassischen Erwachsenenstücken beteiligt war. Für sie war das nie ein Unterschied, auch als sie später am Kölner „Comedia“-Theater hauptsächlich Kinder- und Jugendstücke inszeniert hat und federführend an der Konzeption eines neuen Jugendtheaterhauses beteiligt war. Theater, so war sie stets der Ansicht, richte sich an alle Altersgruppen gleichermaßen: „Es ist die Begegnung mit vielen verschiedenen Umständen, zwischenmenschlichen wie gesellschaftlichen, die das Ganze so interessant macht. Wir erzählen Geschichten oder machen Bestandsaufnahmen und lassen dabei unsere Kreativität und Fantasie spielen und sind oft selber überrascht, was dabei herauskommt.“ Ganz wichtig sei für sie dafür eine gute Teamarbeit. „Das regt zusätzlich nochmal an.“ In diesem Fall hat sie die in Moers offenbar gefunden. Wie schon bei anderen Kinder- und Jugendstücken führt sie auch in „Elisa und die Schwäne“ nicht nur Regie, sondern hat auch die Texte geschrieben. Dass nur zwei Schauspieler immer wieder wechselnde Rollen übernehmen, findet sie selbst für Fünfjährige nicht allzu schwierig zu verstehen. „Kinder sind Fantasie-Weltmeister im Lückenfüllen. Das machen die jeden Tag“, sgat sie und lacht. Ihre bisherigen Regieerfolge geben ihr darin Recht. Für das von ihr vor vier Jahren in Köln inszenierte Jugendstück „Tigermilch“ nach einem Roman von Stefanie de Velasco erhielt sie mehrere Theaterpreise.

Seit ihrer dreijährigen und anschließend siebenjährigen festen Tätigkeit in Dresden und Köln arbeitet Catharina Fillers jetzt als freie Regisseurin für verschiedene Bühnen. Als solche hat sie unter anderem in Neuss die Aischylos-Tragödie „Oristie, Romeo und Julia in Salzburg und in Saarbrücken eine Bühnenfassung des bekannten Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ inszeniert. „Das Leben als freie Regisseurin macht mir großen Spaß“, bekennt sie und freut sich dabei schon auf ihre nächste Aufgabe im Frühjahr in Potsdam, die Regiearbeit bei einem Jugendstück namens „Monster“.

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