Moers: Quartier Haagstraße ohne Arbeitsamtsareal ?

Diskussionen in Moers: Quartier Haagstraße ohne Arbeitsamtsareal?

Die Pläne aus dem Werkstattverfahren sehen auf dem Gelände hochwertige Wohnungen vor, doch die Arbeitsagentur will nicht verkaufen.

Ein Wohnhaus in allerbester Lage an der Hanckwitzstraße – in unmittelbarer Nähe zum Park und zum Schloss, dort, wo heute das Arbeitsamt steht: So sieht die Idealvorstellung der Planer und der Verwaltung für ein neues Stück Altstadt aus. Stand heute wird sich die so nicht realisieren lassen, denn die Arbeitsagentur hat eigene Pläne.

Bereits im Februar vergangenen Jahres, nach jahrelangem Hin und Her und pünktlich zum Start des lange erwarteten Werkstattverfahrens zum „Quartier Haagstraße“, kündigte die Behörde an, das Gebäude in Moers doch behalten und künftig selbst nutzen zu wollen. Eine Sanierung im Bestand sei geplant, hieß es seinerzeit auf Nachfrage gegenüber unserer Redaktion. Und: Verkauft werde definitiv nicht.

„Diese Entscheidung wurde uns Ende vergangenen Jahres so auch noch einmal mitgeteilt“, bestätigt Bürgermeister Christoph Fleischhauer. Die Hoffnung, den „Sack doch noch einmal aufmachen“ zu können, gibt der Moerser Verwaltungschef trotzdem nicht auf. „Wir sind in Gesprächen“, sagt er. „Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass es großes gegenseitiges Verständnis auf beiden Seiten gibt: Unsererseits für die Arbeitsagentur, die nach insgesamt zehn Jahren des Überdenkens und Abwägens schlussendlich zu einer Entscheidung gekommen ist, die nicht nur für die Mitarbeiter Planungssicherheit bedeutet, sondern sicher auch ein positives Bekenntnis zum Standort ist. Auf der anderen Seite haben wir aber auch versucht deutlich zu machen, welche Rolle das jetzige Arbeitsamtsareal für die Gesamtplanung im Quartier Haagstraße hat.“

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Bereich zwischen Altstadt, Kastellplatz, Hanckwitzstraße und Schlosspark – inklusive altem Hafthaus, Kirche und möglicherweise dem Gebäude der Agentur für Arbeit – in Zukunft einmal aussehen soll.

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Den größten Teil des Areals macht das alte Hafthaus aus. Das gehört bekanntlich dem Land beziehungsweise dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB NRW). Es folgen Flächen der evangelischen Gemeinde mit dem Tersteegenhaus mit Nebengebäuden, der Kita Kleine Allee und der benachbarten Improviser-Residenz sowie die katholische St.-Josef-Kirche. 27 Prozent der Planungsfläche entfallen auf das Arbeitsamtsgebäude. Trotz der unklaren Lage in Bezug auf die Verkaufsabsichten wurden die Planer im Frühjahr 2017 beauftragt, das Grundstück in ihre Überlegungen miteinzubeziehen.

Im Werkstattverfahren, an dem auch die Bürger beteiligt wurden, haben die Experten der Fach-Jury schließlich zweimal den ersten Rang vergeben. Die Ideen von Architekt Christoph Mäckler aus Frankfurt und der Architekten Mulleners und Mulleners aus den Niederlanden fanden bei den Experten am meisten Anklang. Beide Entwürfe bilden die Grundlage für die Entwicklung.

Herzstück des neuen Quartiers soll demnach der ehemalige Hafthaushof sein, auf den vier Wege zuführen – unter anderem vom Kastellplatz aus. Das angedachte Wohnhaus auf dem Arbeitsamtsareal könnte „zu allen Seiten Gesicht zeigen“. Heißt: Es würde keine fensterlose Fassade in Richtung Amtsgericht geben. Alle Parkplätze auf dem Arbeitsamt-Areal wären im Erdgeschoss untergebracht, nicht in einer Tiefgarage. „Wie die potenziellen Käufer die Pläne am Ende umsetzen, ist ohnehin offen“, sagt Christoph Fleischhauer. „Das Gute ist: Sie sind modulartig aufgebaut. Sollte es bei der Entscheidung der Arbeitsagentur, nicht zu verkaufen, bleiben, können wir auch ohne das Areal weitermachen.“

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