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Moers: Prozess um tödlichen Streit nach misslungenem Drogenkauf.

Vier Männer vor Gericht in Moers : Prozess: Misslungener Drogenkauf endet tödlich

Im November 2018 war an der Homberger Straße ein Mann mit zwei Messerstichen getötet worden. Während der Haupttäter bereits verurteilt ist, hat jetzt der Prozess gegen weitere Beteiligte begonnen. Die Stiche fielen während einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen. Ausgangspunkt soll ein Drogengeschäft gewesen sein.

Zum zweiten Mal ist eine tödliche Auseinandersetzung an der Homberger Straße in Moers Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. Bei dem Streit zwischen mehreren Männern am 9. November 2019 starb ein Mann nach zwei Messerstichen. Der Haupttäter wurde im Juli 2020 zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Jetzt stehen vier an der Schlägerei beteiligte Männer aus Moers und Duisburg, 18 bis 22 Jahre alt, vor Gericht – drei waren auf der Seite des Täters, einer auf der Seite des Opfers. Die Anklage: gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Beteiligung an einer Schlägerei. Das Verfahren vor der auswärtigen Jugendkammer des Landgerichts Kleve findet pandemiebedingt im Saal des Enni-Sportparks Rheinkamp statt.

Am ersten Verhandlungstag standen die Aussagen der Angeklagten im Mittelpunkt. Der Tatablauf scheint im Kern klar: Zwei der Angeklagten scheinen mit dem Haupttäter zu einem Kiosk gegangen sein, um bei dem Freund des Opfers Tilidin zu erwerben, ein starkes Schmerzmittel, das als Droge im Trend liegt. Das Geschäft kam nicht zustande. Die Angeklagten auf Täterseite sprachen vor Gericht von „Backpfeifen“, „Schlägen“, dem Herumfuchteln mit einem Messer ihnen gegenüber. Die drei Männer sollen danach weggegangen sein und sich zu Hause bewaffnet haben. Dann ließen sie sich vom Bruder eines der Angeklagten zurück zur Homberger Straße fahren. Dort kam es dann zur Konfrontation.

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Was die Motivation für die Rückkehr und den Ablauf im Detail anbetrifft, zeigten sich am ersten Verhandlungstag deutliche Unterschiede. Man habe das erste Geschehen nicht auf sich sitzen lassen, zugleich aber alles „in Ruhe“ klären wollen, meinte ein Angeklagter. Eine Darstellung, die das Gericht schwer nachvollziehen konnte, zumal sich die Männer bewusst bewaffnet hätten. Schließlich sagte der Angeklagte aus, man habe die Gegner „ein bisschen schlagen“ wollen, um zu zeigen: „So nicht.“ Der Bruder, der als Fahrer fungierte, erklärte, man habe reden wollen, dann sei die Situation aber eskaliert. Er selbst habe im Kampf mehrere Verletzungen davongetragen.

Unklar blieb, wer wen durch sein Auftreten und seine Bewaffnung zuerst provozierte und wie das Kampfgeschehen mit den verschiedenen Waffen wie Pfefferspray, Messern und Schlagstöcken im Detail stattfand.

Weitere sechs Verhandlungstage sind vorgesehen. Das Verfahren wird am Donnerstag, 27. Mai, um 9.30 Uhr im Enni-Sportpark fortgesetzt.